Seelsorge

EFL legen Tätigkeitsbericht 2018 vor

14.05.2019 15:30

Augsburg (pba). Die psychologischen Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen (EFL) in der Diözese haben heute ihren Gesamttätigkeitsbericht für das Jahr 2018 veröffentlicht. Beim Bericht im neuen Design sollen, betonte der stellvertretende Leiter der EFL, Pfarrer Klaus Cuppok im Rahmen der Präsentation, nicht die Zahlen im Vordergrund stehen, sondern die Menschen.

Von links: Helga Kramer-Niederhauser, die Gesamtleiterin der EFL-Beratungsstellen, Seelsorgeamtsleiter Prälat Dr. Bertram Meier und der stellvertretende Leiter der EFL, Pfarrer Klaus Cuppok. (Foto: Maria Steber/pba)

Insgesamt 7.025 Personen suchten im vergangenen Jahr laut Tätigkeitsbericht die diözesanweit 25 Beratungsstellen auf. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 5,3 Prozent. Dadurch wurden, alle Stellen zusammengenommen, 27.552 Beratungsstunden geleistet. Dieser hohe Beratungsbedarf konnte durch eine Aufstockung der Stellen gedeckt werden. Im vergangenen Jahr waren 61 Prozent der Klienten Frauen, 39 Prozent Männer. Nach wie vor ist der überwiegende Teil der Klienten katholisch. 

Besonders die Telefonberatung und die Zahl von Klienten mit Problemen am Arbeitsplatz erfuhren 2018 laut Bericht einen auffälligen Zuwachs. Den Anstieg der Paarberatung um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bewertete Helga Kramer-Niederhauser, die Gesamtleiterin der EFL-Beratungsstellen, bei der Vorstellung des Berichts als positiv, da dort das Kerngeschäft der Beratungsstellen liege sowie auch „die Unterscheidung beziehungsweise Abgrenzung zu Angeboten der Psychotherapie oder andern Beratungsangeboten“. Das Alleinstellungsmerkmal der EFL sei weiterhin die Beratung von Paaren ohne Kinder oder mit Kindern über 18 Jahren, sowie die Lebensberatung, so Kramer-Niederhauser. 

Eine besondere Herausforderung für die Beraterinnen und Berater in der EFL ist zusätzlich auch der Umgang mit Persönlichkeitsstörungen. Laut einer Erhebung der EFL Memmingen leiden 45 Prozent der 2018 dort beratenen Patienten an einer psychischen Erkrankung. Bei den Beratertagen 2018, einem Angebot der EFL für fachlichen und persönlichen Austausch, wurden die Beraterinnen und Berater bereits für diesen Bereich sensibilisiert.

Der Tätigkeitsbericht 2018 zeigt, dass die EFL viele Menschen aus den unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus erreicht. Pfarrer Cuppok lenkte bei der Präsentation den Blick jedoch auch auf die Frage, welche gesellschaftliche Gruppe(n) die EFL mit ihrem Angebot wenig erreicht und welche Menschen das Angebot trotz Bedarf an Beratung nicht wahrnehmen. Zwei Aspekte sind dabei Migration und Armut. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in der Beratung sei im Vergleich zum Vorjahr zwar von sieben auf neun Prozent angestiegen, sei jedoch weiterhin eher unterrepräsentiert. Die EFL diskutiere daher aktuell darüber „ob das Konzept Beratung, erfunden und professionalisiert in einer spezifischen Kultur, auch kulturübergreifend wirksam“ ist, so Cuppok.

Als weiteres Thema, mit dem Menschen bislang selten Hilfe bei der EFL suchten, nannte er Armut. Ein Artikel im Tätigkeitsbericht zeige jedoch exemplarisch, dass auch die finanzielle Situation ein Thema für psychologische Beratung sei. Hier ergeben sich weitere Herausforderungen für die Beratungsstellen. 

Im Rahmen der Vorstellung des Berichts hob Seelsorgeamtsleiter Prälat Dr. Bertram Meier die Arbeit der EFL in einer Welt, die zunehmend säkular und zugleich multireligiös wird, besonders positiv hervor und verwies dabei auf die Verortung der EFL: unabhängig von Konfession oder Weltanschauung seien die Beraterinnen und Berater nah an den Menschen und leisteten so Seelsorge mit fachlicher psychologischer Kompetenz. Diese Fachkompetenz unter dem Dach der Kirche bezeichnete Helga Kramer-Niederhauser in diesem Zusammenhang auch als die zwei Säulen der psychologischen Beratungsstellen. Die Seelsorge der EFL überzeuge, so Prälat Meier, besonders dadurch, dass sie die Menschen so nehme, wie sie sind und damit die Wirklichkeit erfasse: „Wir müssen an die Ränder gehen, auch und gerade Marginalität ernst nehmen, wie es auf einer Spruchkarte zu lesen ist: Wo die am Rande sind, da ist die Mitte“, so Prälat Meier.

 

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