Jungfrauenweihe in der Marienkappelle des Hohen Domes zu Augsburg
Am Samstag, 9. Juni 2018, Gedenktag des Unbefleckten Herzens Mariens, hat Bischof Dr. Konrad Zdarsa, Veronika S. in den Stand der gottgeweihten Jungfrauen aufgenommen. Nach einer mehrjährigen Vorbereitungszeit bekräftigte die Weihekandidatin ihren Entschluss, jungfräulich zu leben und sich somit ganz Christus anzuvertrauen. Beim Ritus der Jungfrauenweihe wird die Kandidatin „dem Herrn vermählt, dem die Engel dienen“ (vgl. Antiphon der hl. Agnes aus dem Ritus der Jungfrauenweihe). Sie legt kein Gelübde ab, sondern empfängt eine Weihe, wie der Name sagt. Während der Bischof mit der Gemeinde die Heiligen in einer besonderen Litanei anruft, liegt die Jungfrau als Ausdruck ihrer Hingabe auf dem Boden. Ihr Versprechen, der lebenslangen Treue zur Jungfräulichkeit aus Liebe zu Christus, legt sie in die Hände des Bischofs. Als Zeichen ihrer Brautschaft überreicht er ihr einen Schleier und steckt ihr den Ring an.
Das feierlich gesungene Weihegebet schließt den Ritus der Weihe ab.
„Um der Kirche willen“ ist sie von Christus in Dienst genommen, heißt es im Ritus weiter. Ihr einziger Dienst, zu dem sie aufgerufen ist, soll sein, ein geistliches Leben in bräutlicher Beziehung zu Christus zu führen – insbesondere im Gebet, darum überreicht ihr der Bischof auch das Stundenbuch der Kirche.
Die Jungfrauenweihe ist ein ewiger Bund mit Gott. „eine Gabe in der Kirche und für die Kirche“ (Papst em. Benedikt XVI). Die geweihte Jungfrau stellt das Bild der Kirche als Braut Christi dar, die unterwegs ist auf dem Pilgerweg zum himmlischen Hochzeitsmahl.
Was ist das Wesen dieser Berufung der geweihten Jungfrau?
Es ist eine Berufung mit Schwerpunkt auf dem „Sein“ statt auf dem „Tun“! Das bedeutet, sich nicht in Aktivitäten und Projekten zu engagieren, sondern Braut Christi zu sein; im inneren und äußeren Lebensvollzug sich um die Sache des Herrn zu sorgen. Sie will ihrem Bräutigam gefallen, nicht der Welt (vgl. 1.Kor. 7,32). Ihre Sorge gilt, Seinem Willen zu entsprechen. Es ist eine Berufung, mehr im Hintergrund, nicht im Rampenlicht; mehr in der Stille, nicht in großen Auftritten. Ihr besonderes Vorbild ist die Gottesmutter Maria: Ihr Glaube, ihr Vertrauen, ihre Demut, ihre Hingabe. Wie sie, möchte auch die geweihte Jungfrau die Worte Jesu im Herzen erwägen und bewahren, daraus leben und betend eintreten für die Menschen und das Weltgeschehen, damit Gott alle Ehre sei und alle Menschen zum Heil finden.
In der Regel lebt die geweihte Jungfrau alleine mitten in der Welt - verborgen - , äußerlich durch kein weiteres Zeichen als den Ring erkennbar, und sie geht einem ganz normalen Beruf nach.
Die gottgeweihte Jungfrau gehört einem öffentlichen kirchlichen Stand an, dem „Ordo virginum“, und ist direkt dem Diözesanbischof unterstellt.
In der Diözese Augsburg gibt es jetzt 24 geweihte Jungfrauen, weltweit über 3000.
Mehr Informationen zu dieser Lebensform finden Sie unter: http://www.jungfrauenweihe.de/
und: https://bistum-augsburg.de/Orden/Gottgeweihtes-Leben/Gottgeweihte-Jungfrauen
Bericht C.W.