DER STUHL PETRI. Lehramtliche und völkerrechtliche Aspekte zum „Heiligen Stuhl“

26.02.2019 17:54

Studiennachmittag im Akademischen Forum am Freitag, 22. Februar 2019

Die Referenten des Studiennachmittages: Prof. DDr. Thomas Marschler und Prof. Dr. Stephan Haering OSB

 

 

 

 

 

„Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen ...

... und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Mt 16,18). Bis heute sind diese Worte Jesu eine der wichtigsten Grundlagen für das Papsttum.

Am Fest Kathedra Petri, das am 22. Februar begangen wird, gedenkt die Kirche der Berufung des Petrus zum Lehramt in der Kirche. In dieser Funktion ist er und seine Nachfolger Garant dafür, dass die Lehre der Kirche mit dem Ursprung übereinstimmt. Diesen Aspekt entfaltete Professor DDr. Thomas Marschler von der Universität Augsburg in seinem Vortrag „Der Primat des Bischofs von Rom und seine Lehrautorität“. In einem ersten Schritt zeigte er das besondere Fundament des Papstamtes im Kontext der Apostolizität der Kirche auf, die sich auch in jedem Ortsbischof widerspiegelt. Ein zweiter Teil des Vortrags  benannte ekklesiologische Spannungsfelder des Papstamtes in der Gegenwart: Universalkirche und Teilkirchen, Tradition und Innovation, Konfessionalismus und ökumenischer Dialog.

Die Kathedra Petri, der Heilige Stuhl, steht aber auch symbolisch für das Amt des Bischofs von Rom. Das bedeutet: Der Papst selbst ist der „Heilige Stuhl“ und er übt diese Funktion als Leiter der Weltkirche mit den Organen der Römischen Kurie aus (CIC, Can. 361). In diesem Sinn ist der Heilige Stuhl auch ein „Völkerrechtssubjekt“. Professor Dr. Stephan Haering OSB von der Universität München legte dies in seinem Vortrag dar. Detailliert zeigt sich dies in Konkordaten, diplomatischen Vertretungen und in den päpstlichen Gesandten bei internationalen Institutionen.