DER TRAUM VON DER EWIGEN JUGEND. Wie können wir das Altern hinauszögern?

22.05.2018 16:08

Abendveranstaltung im Akademischen Forum am 15. Mai 2018 mit Professor Leonhardt vom Zentrum Biomedizin der LMU-München

Prof. Dr. Heinrich Leonhardt, Leiter des Zentrum Biomedizin der LMU-München

 

 

Prof. Dr. Heinrich Leonhardt vom Zentrum Biomedizin der LMU-München berichtete in seinem Vortrag über den gegenwärtigen Stand der Altersforschung. Ausgehend von dem allgemeinen und zeitlosen Wunsch der Menschen nach einem langen Leben, stellte Leonhardt die häufigsten Alterskrankheiten kurz vor: Alzheimer, Osteoperose, Herz-, Kreislauferkrankungen, Krebs. Viele diese Krankheiten zeigen eine Genvariante auf und sind oft auf Veranlagung zurück zu führen. Ebenso ist auch die Progenie, das vorzeitige Altern, in einem Gendefekt begründet.

Auch was das Altern in den Zellen steuert, beginnt die Wissenschaft zu verstehen. Anfang der siebziger Jahre machte der Entdecker des Erbmoleküls DNS, James Watson, die Voraussage, dass sich die in den Chromosomen verpackte DNS bei jeder Zellteilung an ihren Enden ein Stück verkürzt. Das passt zur Beobachtung, dass normale Zellen nach höchstens 50 Teilungen sterben. Bei ihnen führt eine weitere Verkürzung des Lebensfadens zum Verlust von Genen. Deshalb tragen die DNS-Abschnitte am Ende der Chromosomen keine genetische Information. Diese sogenannten Telomere gleichen einer Zündschnur, die langsam abbrennt und damit das Altern der Zelle einläutet. Die molekulare Lebensuhr tickt mit jeder Teilung: Je öfter sich die Zellen teilen, desto kürzer werden die Telomeren. "Die Länge der Telomeren ist entscheidend für das Altern. Doch niemand hat bislang überprüft, ob das tatsächlich auch zu einer höheren Lebenserwartung führt", erklärt Leonhardt.

Ein Alter von maximal 120 Jahre gesund zu erleben – das nennt momentan die Wissenschaft als ein realistisches Ziel, an dem tatkräftig weltweit geforscht wird.