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DIE ZUVERSICHT DES HEILIGEN FRANZ. 800 Jahre Vollendung des Poverello

24.09.2026 13:45

Jubiläumsvortrag von Br. Dr. Niklaus Kuster OFMCap mit einem Grußwort von Bischof Dr. Bertram Meier vom 22.9.2026

Nah am 800sten Jahrtag des Transitus besuchten trotz des reichhaltigen Angebots an franziskanischen Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr im Bistum Augsburg fast 120 Menschen das Akademische Forum.

 

Der Leiter des Akademischen Forums freute sich über den dritten Vortrag Br. Dr. Niklaus Kusters als einem der bekanntesten und profilierstesten Autor und Hochschullehrer zu den Heiligen Franz und Klara anläßlich der franziskanischen Jubiläen. "Das Vorbild des Hl. Franziskus stiftet Zuversicht, da es eindrücklich zeigt wie Taten der Nächstenliebe weltverändert wirken können. Nicht nur die Logik der Gewalt kann sich durchsetzen, auch die des Glaubens und der Liebe", zeige das Lebenszeugnis des Heiligen auf.

  

Bischof Dr. Bertram Meier sandte den Teilnehmenden aus Krakau, wo er sich auf der Diözesanwallfahrt befand, ein schriftliches Grußwort, das Hauptabteilungsleiterin Prof. Dr. Gerda Riedl verlas. Bischof Dr. Meier betonte, dass der Glaubensweg des Heiligen von vielen Proben und Zweifeln geprägt, also zutiefst menschlich war. Er wünschte den Teilnehmenden "Offenheit des Herzens und ein feines Ohr für das leise Wort, mit dem Franziskus zu jeder und jedem von uns heute spricht!"

Das Grußwort steht im Wortlaut als download zur Verfügung.

 

Der Vortrag von Br. Dr. Niklaus Kuster verband den historischen Lebenskontext des Hl. Franz stets mit seiner Spiritualität. Diese übersetzte Br. Niklaus überzeugend und mit farbigen Beispielen aus seinem eigenen Leben in die Gegenwart und als Orientierung für die Lebensgestaltung eines jeden, der - mehr oder weniger intensiv- dem franziskanischen Weg folgen mag.

Der erste Teil seines Vortrags orientierte sich an der sog. Bardi-Tafel, einer Bildbiografie von Coppo di Marcovaldo bereits um 1246 für die Kapelle der Bankiersfamilie Bardi in Santa Croce, Florenz geschaffen. Diese komplexe Tafel schlüsselte er an Hand der THemen Herkunft, Lebenswahl und Auftrag auf.

Es folgte eine detallierte Beschreibung der Selbstsorge des Hl. Franz auf sein Sterben hin. Diese besondere "Patientenverfügung" hinterliess bei vielen Hörern tiefen Eindruck:

Ortswahl:   Wo möchte ich mein Leben vollenden?Ambiente:   Welche Stimmung wünsche ich? Musik?Rituale:   Was wäre stärkend und verbindend?Menschen:   Wen möchte ich um mich haben?Genuss:   Was möchte ich nochmals geniessen?Sorge:   Was an Pflege oder Fürsorge wünsche ich?Kleid:     Womit möchte ich am Ziel eingehüllt sein? Die dynamische, vielfältige und weitreichende Fortführung und Umsetzung franziskanischen Erbes va im Pontifikat Papst Franziskus führte den Vortrag fort entlang der Weltsynode, den Gebetstreffen von Assisi, dem Welttag der Geschwisterlichkeit auf Grundlage des interreligiösen Dokuments von Abu Dhabi und der Enzyklika Fratelli tutti. Auch den Leitsatz Papst Leo XIV. „Dies ist der Frieden des auferstandenen Christus, ein unbewaffneter Frieden und ein entwaffnender Frieden, demütig und beharrlich." sieht Kuster ganz im Sinn des franziskanischen Weg. Er schloß mit den Weisheitssprüchen des Hl. Franziskus und ihrer Bedeutung als Orientierung für den Einzelnen.

Sr. Veronika Görnert von den Dillinger Franziskannerinnen erläuterte darauf den Sinn hinter den "Mostaccioli di frate Jacopa", dem Gebäck, nach dem Franz auf dem Sterbebett verlangte. Es ist zum Zeichen der Gastfreundschaft und spirituellen Verbundenheit in der franziskanischen Familie geworden. Die Klausurschwestern des Klarissenkonvents Santa Chiara in Potenza/Süditalien hatten dieses Gebäck für das Akademische Forum gebacken und liebevoll in Säckchen verpackt, so dass alle Anwesenden eine Kostprobe verehrt bekommen konnten, für die Br. Niklaus zuvor den Segen Gottes erbat. 

Die Präsentation des Vortrags steht zum download bereit.