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Abendveranstaltung in Kempten am 7. November 2008 und 9. Dezember 2008 in Augsburg

10.11.2008 11:48

Professor Stubenrauch: „Erlösung ist ein Geschenk, Selbsterlösung Illusion.“ -

Akademisches Forum diskutierte theologische und ethnologische Aspekte zum Thema „Erlösung“

Im Gespräch: Prof. Dr. Andreas Hartmann, Prof. Dr. Adalbert Keller, Prof. Dr. Bertram Stubenrauch (v. li.).

Augsburg, 10.12.2008 (IBA). Mit der Frage der „Erlösung“ hat sich das Akademische Forum der Diözese Augsburg aus theologischer und ethnologischer Sicht befasst. Als Experten begrüßte Professor Dr. Adalbert Keller, Leiter des Akademischen Forums, den Ethnologen Professor Dr. Andreas Hartmann von Universität Münster sowie den Theologen Professor Dr. Bertram Stubenrauch von der Universität München.

„Erlösung. Wovon, durch wen und wozu?“ – diese Fragen standen im Mittelpunkt der Referate und der anschließenden Diskussion. „Dieses Thema ist vielen Menschen sehr wichtig“, so Keller. Aus christlicher Sicht sei die Erlösung durch Jesus Christus der Dreh- und Angelpunkt. Als „Befreiung von der Gottferne“, von „gestörter Mitmenschlichkeit und Mitgeschöpflichkeit“ und von „dämonischer Verknechtung“ beschrieb Stubenrauch den theologischen Gehalt von „Erlösung“. Gott erlöse von der Erbsünde nicht nur den Einzelnen sondern die ganze Menschheit durch Jesus Christus, durch den Heiligen Geist, aber auch durch seine Gesetze, die Ausdruck seiner Liebe seien. „Erlösung ist ein Geschenk, die Vorstellung der Selbsterlösung hingegen Illusion“, brachte Stubenrauch seine Auffassung im Hinblick auf esoterische Auffassungen auf den Punkt.

Hartmann wies aus ethnologischer Sicht darauf hin, dass im Gegensatz zum christlichen Erlösungsglauben „in der institutionell weitgehend ungebundenen postmodernen Gesellschaft ein spiritueller Suchender sein spirituelles Begehren zumindest vordergründig nicht auf einen Austausch oder einer Festigung sozialer Beziehungen, sondern auf eine Vervollständigung der Person richte. Auf einen Akt der Heilung und des Heils des eigenen Ich.