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JAKOB FUGGER DEM REICHEN ZUM 500. TODESTAG

Leben, internationale Verflechtungen und ein „Fugger-Spiegel“ für die Soziale Marktwirtschaft

02.12.2025 18:30

Vorträge mit Grußworten von Jürgen Enninger, Kulturreferent der Stadt Augsburg und Gräfin Maria Theresia Fugger von Glött anläßlich des 500. Todestages Jakob Fuggers d.R. am 2.12.2025

von links nach rechts: Frederic-J. Kaminski, Dr. Daniel Hobohm (Fuggersche Stiftungen), Prof. Dr. Rainald Becker, Gräfin Maria Theresia Fugger von Glött, Prof. Pfr. Dr. Dr. Elmar Nass

100 Teilnehmer waren ins Haus Sankt Ulrich gekommen, um aus neuen Perspektiven auf den berühmtesten Sohn der Stadt Augsburg zu blicken. Die Veranstaltung weckte sogar Interesse auf nationaler Ebene. In der FAZ vom 31.12.2025 auf Seite 19 erschien der Artikel Jakob Fugger, früher Vorbote der Sozialen Marktwirtschaft? von Prof. Pfr. Dr. Dr. Elmar Nass im Nachgang auf unsere Veranstaltung.

Jürgen Enninger, Kulturreferent der Stadt Augsburg betonte die Wichtigkeit des Engagement jedes Einzelnen für das städtische Gemeinwesen und die bis heute herausragende Rolle Jakob Fuggers für die Stadt. Gräfin Maria Theresia Fugger von Glött berichtete von Ihrem Bezug zum berühmten Ahnen und von der mit großer Achtsamkeit wahrgenommenen Pflicht des Hauses Fugger auch heutzutage die sehr aktiven Stiftungen Jakob Fuggers weiter in die Zukunft zu tragen. Bei dieser Gelegenheit wurde Dr. Daniel Hobohm, der seit einigen Monaten neue Administrator der Fürstlich und Gräflichen Fuggerschen
Stiftungen dem Forumspublikum vorgestellt.

Prof. Dr. Rainald Becker, Lehrstuhlinhaber für Europäische Regionalgeschichte an der Universität Augsburg, bezog sich auf die Italianitá Jakobs, der kaufmännisch und kulturell zutiefst vom italienischen Kulturraum geprägt war. Reichsgrafs Jakob Fugger von der Lilie (*6. März 1459 in Augsburg; † 30. Dezember 1525 ebenda) erhielt eine fundierte Ausbildung in Venedig, wo er sich viele Jahre lang von 1473-1487 überwiegend aufhielt. Schon sein Vater unterhielt intensive Handelsbeziehungen im Baumwollhandel mit Italien. So war Jakob auch zunächst für das Italiengeschäft zuständig, das auch bedeutende Geschäftsbeziehungen mit der Kurie in Rom umfasste.

Unter seiner Führung entstand ein weitverzweigtes Netz an Niederlassungen in ganz Europa, kulturell prägend blieb der italenische Einfluß. Die reiche memoria in Form von Bauten, Kunst und Stiftungen, insbesondere in Augsburg und Rom befruchtete sich an italienischen Vorbildern.

Im zweiten Vortrag entwickelte Prof. Pfr. Dr. Dr. Elmar Nass, Lehrstuhlinhaber Christliche Sozialwissenschaften an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie, die spannende These, dass ein Blick auf das soziale und kulturelle Engagements Jakob Fuggers, uns heutzutage aufzeigt, was in der Sozialen Marktwirtschaft abhanden zu kommen droht. Kundig orientierte er zu den Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft, um darauf in einem "Fuggerspiegel" -ohne kritische Momente auszusparen- aufzuzeigen, was an christlichen Inhalten von sozialen Werten und Tugenden in Vergessenheit geraten ist und somit nicht mehr klar ist, wie genau unantastbare Würde, irenisches Zusammenleben, Solidarität oder Barmherzigkeit heute noch zu begründen und zu verstehen sind. Weitere Informationen dazu in der FAZ vom 31.12.2025 auf Seite 19.