21.03.2011 15:39

Abendveranstaltung am Freitag, 18. März 2011 mit Prof. Dr. Wolfgang Augustyn im Haus Sankt Ulrich

Prof. dr. Wolfgang Augustyn

EIN VOLKSTÜMLICHER HEILIGER

Er steht im Hintergrund und Hinweise im Neuen Testament lassen sich nur spärlich finden: Josef von Nazaret. Dafür haben apokryphe Evangelien diese Vakanz phantasievoll auszufüllen gewusst. Die Geschichten und Legenden um seine Herkunft und sein Leben machten ihn zu einem beliebten Heiligen im christlichen Volk. Dichter fanden in ihm ein Sujet für Erzählungen, Künstler ein Motiv für bildnerische Darstellungen. In allen Epochen entstanden Gemälde, die Josef aus Nazareth oft sogar als zentrales Thema hatten.

Der Kunsthistoriker Professor Dr. Wolfgang Augustyn, stellvertretender Direktor des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, stellte am 18. März 2011 bei seinem Abendvortrag bedeutende und aussagefähige Kunstwerke vor. Anhand dieser Gemälde und Kunstwerke zeigte er auf, in welcher Vorbildfunktion sich Josef in den verschiedenen Jahrhunderten wiederfand: „Das im Lauf der Jahrhunderte gewandelte Verständnis seiner Rolle und die damit verbundenen Deutungen schlugen sich in vielen Bildern nieder, die solche theologischen und geistlichen Interpretationen veranschaulichen sollten oder eben aus der nicht immer kanonischen, oft sich verselbständigenden Volksfrömmigkeit erwuchsen.“