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01.10.2015 19:28

Vortrag im Akademischen Forum der Diözese Augsburg mit Michaela Pilters, Leiterin der ZDF-Redaktion „Kirche und Leben“ am Montag, 28. September 2015 in Kempten und am 29. September 2015 in Augsburg

Michaela Pilters, Leiterin der ZDF-Redaktion "Kirche und Leben, kath."

Dolmetscher zwischen zwei Welten - aus dem Alltag einer Redaktion

Augsburg (1. Oktober 2015). Eines lässt sich mit Sicherheit feststellen: es wird zunehmend schwieriger heute die Menschen für kirchliche oder religiöse Themen zu interessieren. Die Bedeutung von Religion und Kirche hat sich in der Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert. So das Resümee von Michaela Pilters, Leiterin der ZDF-Redaktion „Kirche und Leben.kath“.

Mit zwei Vorträgen in Kempten und Augsburg schilderte Michaela Pilters im Akademischen Forum die Möglichkeiten und Grenzen, wie über das Fernsehen die Menschen erreicht werden können. Ausgehend von den Zuschauern, die sich nicht mehr an feste Fernsehzeiten binden wollen und mittels neuer Medien selbst entscheiden, wann sie was sehen wollen, über die eigenen Gesetze der medialen Berichterstattung bis hin zu den Schwierigkeiten der Kirche, sich selbst in den öffentlichen Medien darzustellen, vermittelte Michaela Pilters einen interessanten Einblick in die Arbeit ihrer Redaktion bei einer großen öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt.

Sie selbst versteht sich dabei als Dolmetscher für die Zuschauer, damit sie Religion besser verstehen. Gottesdienstübertragungen, Magazin „sonntags“ oder Reportagen für die Reihe „37 Grad“ gehören zu ihrem Ressort. „Wenn wir über Religion im Fernsehen nachdenken, gilt eine wichtige Unterscheidung: Kirche in ihren Lebensvollzügen und in ihrem Lehrgebäude gehört sicher dazu, und die Sendung über die Vatikanbank oder über die neueste Enzyklika des Papstes ist ebenso notwendiger Teil von Informationen wie die Sendung über die Frage, ob man noch an Wunder glauben müsse. Aber: Religion ist mehr. Sie erstreckt sich nicht nur auf moralisch-ethisches Handeln, sie verweist den Menschen auf die Frage nach den Sinn des Lebens.“, so Pilters. Das Fazit: mit glaubwürdigen Zeugen lässt sich heute immer noch am besten ein Thema vermitteln.