PHILOSOPHIEREN: MYTHOS EUROPA

15.10.2018 19:01

Philosophisches Seminar vom 12. bis 13. Oktober 2018 im Haus Sankt Ulrich

Prof. Dr. Manfred Negele

Vom Zusammenspiel der Völker und Kulturen der Erde

Augsburg. Im Mittelpunkt des Philosophischen Seminars stand die „Geschichte“ Europas als eine Idee, die Europa von der Antike bis zur Gegenwart begleitet, formt und prägt. Professor Negele definierte in einem ersten Vortrag den Begriff „Mythos“, der vom „Logos“ zu unterscheiden ist und die erste Form der Philosophie darstellt. Themen der ältesten Mythen sind: Mensch, Natur, Schöpfung, Fruchtbarkeitskulte etc. Bereiche, die Sigmund Freud als Archetypen bezeichnete.

Eine zweite Einheit stellte die Frage nach einer europäischen Identität. Hierbei stand das Epyllion des Moschos als die antike Quelle im Mittelpunkt, die später von Herodot aufgegriffen wurde. Erst eine europäische Identität kann auch zu einer guten Begegnung mit anderen Kulturen führen.

In einer dritten Einheit am Samstag erklärte Negele das Postulat von Jürgen Habermas, dass Europa sich von einer Wirtschaftsgemeinschaft hin zu einer politischen Gemeinschaft entwickeln müsse. Basis dazu ist das Konzept der Menschenwürde und der der Menschenrechte, die für alle Menschen gelten. Damit dieses Ziel erreicht werden kann ist es notwendig Denkblockaden zu beseitigen.

Die vierte Einheit wurde von den Gedanken Immanuel Kants bestimmt, der gleiche Rechte und gleiche Achtung aller Menschen als Grundlage für einen Weltfrieden sieht. Dazu aber müsse das Sittengesetz (Kategorischer Imperativ) von allen anerkannt und umgesetzt werden.