PHILOSOPHIEREN. Was ist der Mensch? Die Frage nach uns selbst

15.10.2019 15:02

Philosophisches Seminar mit Prof. Dr. Manfred Negele im Akademischen Forum von Freitag, 11. bis Samstag, 12. Oktober 2019

Prof. Dr. Manfred Negele

 

 

 

Augsburg. Die Frage „Wer sind wir?“ oder „Was ist der Mensch?“ ist die Ausgangsfrage allen Philosophierens.  Versuchen wir uns selbst zu erkennen, stehen wir vor dem Problem, dass wir uns nicht von außen betrachten können. Wir finden keine endgültige Definition von Menschsein und können nur versuchen, einen „Spiegel“ zu finden, der es uns ermöglicht, uns zu betrachten. Dazu wären hilfreich Kunst, Literatur, Religion, Symbole, Metaphern usw. - oder eben die Philosophie.

Im Philosophischen Seminar veranschaulichte Professor Manfred Negele von der Universität Augsburg mit 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Vieldeutigkeit des Menschen gerecht zu werden und zugleich Strukturen herauszuarbeiten, die Orientierung geben. Dazu blickte er zunächst auf historische klassische Positionen, die für uns immer noch eine Bedeutung haben und von denen wir lernen können:

„Von den Anfängen bis zur philosophischen Anthropologie Immanuel Kants“ (jüdisch-christliches Menschenbild, Aristoteles, Platon, Augustinus, Albertus Magnus, Renaissance/Humanismus, Immanuel Kant) und „Anthropologische Ansätze im 20. Jahrhundert“ (Sigmund Freud, Martin Buber, Max Scheler, Helmuth Plessner, Arnold Gehlen,  Martin Heidegger) waren die Themen der beiden Einheiten am Freitag Nachmittag und Abend.

Verschiedene systematische Wege zu einer Antwort auf die Frage nach dem Menschen standen in den beiden Vorträgen am Samstag im Mittelpunkt. Auf der Grundlage der Überlegungen von Gerd Haeffner SJ (1941-2016) zu „Aspekte des Menschseins“ wurden verschiedene Perspektiven aufgezeigt und diskutiert: Sprachlichkeit, Geschichtlichkeit, Freiheit, Leiblichkeit, Geist, Seele ...

Zum Ende des Seminars stellte Professor Negele den Denkansatz von Joseph Möller (1916-2007) vor:  Der Augsburger Philosophieprofessor entwickelte 1979 ein Denkschema, das die Frage nach dem Menschen in vier grundlegende Aspekte auffächert: homo ethicus, homo aestheticus, homo sociologicus, homo religiosus. Er stellte das Schema unter den Titel „Programm einer Identifizierung“. Der Mensch muss einen prozesshaften Weg und Entwicklung nehmen, um zum Ziel, Mensch zu werden, zu kommen.