PHILOSOPHIEREN. Was soll ich tun? Ethik-Klassiker geben Antwort

12.10.2020 09:06

Philosophisches Seminar im Akademischen Forum am Samstag, 10. Oktober 2020

Prof. Dr. Manfred Negele stellte in vier Vorträgen unterschiedliche philosophische Ansätze zur Frage "Was soll ich tun?" vor.

Eine der grundlegenden Fragen der Menschheit ist nach Immanuel Kant: „Was soll ich tun?“ Das fragten sich die Menschen nicht erst in der Neuzeit, sondern ab dem Zeitpunkt, an dem sie sich ihrer Freiheit bewusst wurden. Antwortversuche finden wir in allen Kulturen und zu allen Zeiten.

Professor Dr. Manfred Negele von der Universität Augsburg zeigte anhand von vier wirkmächtigen Klassikern der abendländischen Tradition Grundgedanken für eine ethisch verantwortete Lebenshaltung auf.

Am Beginn des Seminars stand Platons Dialog Gorgias, der Klassiker schlechthin für ethische Fragestellungen. Platon erarbeitete damit die Grundlagen einer philosophischen Ethik.

Die erste ausgearbeitete und auch so benannte Ethik, die wir im Abendland haben ist die Nikomachische Ethik von Aristoteles, die das Glück als Leitmotiv postuliert und den Weg dazu über die Tugenden beschreibt.

Die dritte Einheit befasste sich mit dem Römer Cicero, der die Ethik neu „erfindet“, indem er als erster den Gedanken einer Pflichtethik entwickelt. Er baut auf den Fundamenten der alten Griechen auf.

Der Kategorische Imperativ, wie ihn Immanuel Kant formulierte weist bereits in die Neuzeit und Gegenwart. Kant reduziert die vielen Pflichten auf eine. In dieser einen Pflicht sind alle wesentlichen Aspekte einer Ethik versammelt. Sie ist dem Gebot der Nächstenliebe, wie auch der Goldenen Regel, sehr nahe: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne“

Das Seminar regte zum Nachdenken und zum gemeinsamen philosophieren an. Viele aktuelle und persönliche Lebensfragen bis hin zu Fragen nach Künstlicher Intelligenz und Transhumanismus wurden lebhaft von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert.

Und es wurde deutlich: Philosophen können uns nach wie vor als Leitfaden dienen, wenn wir vor Entscheidungen stehen. Sie fordern uns aber auch heraus, weil sie uns keine konkreten Lösungsansätze anbieten, sondern nur den Rahmen dafür abstecken. Die Verantwortung für unser Tun bleibt bei uns.