15.10.2012 19:43

Seminar im Akademischen Forum mit Prof. Dr. Hans Peter Balmer vom 12. bis 13. Oktober 2012

Prof. Dr. Hans Peter Balmer

Augsburg ( 15.10.2012). Mit dem Seminar „Philosophische Mystik im Christentum“ setzte das Akademische Forum die bewährte Reihe „Philosophieren“ fort. Im Mittelpunkt standen drei markante religionsphilosophische Fragen der europäischen Spiritualitätsgeschichte.

Dionysius vom Areopag, ein anonymer Autor, griechischer Kirchenvater, aus der Zeit um 500 nach Christi Geburt, legte die denkerischen Grundlagen spekulativer Mystik im Christentum. Das Eine steht demzufolge über allem, die Gottheit wohnt in undurchdringlichem überlichtem Dunkel. Kann es restlos adäquate Benennungen daher nicht geben, so andererseits aber gewisse Symbolisierungen und Negationen sowie durchaus ein ‚Erleiden Gottes‘.

Bonaventura, Philosoph, Theologe, Franziskushagiograph und zweiter Gründer des Franziskaner-Ordens, Kardinal, Lese- und Lebemeister des dreizehnten Jahrhunderts, wies erneut den Weg der Einung mit dem ununterschiedenen Einen. Sein franziskanisch-seraphisches Denken ist von tiefer Sehnsucht nach Frieden getragen.

Johannes vom Kreuz, spanischer Dichter-Denker und Karmelitermönch aus dem 16. Jahrhundert, bewegte sich im Rahmen einer scharfen Dialektik von Alles und Nichts. Er war überzeugt: Die dunkle Nacht der Seele, so unausweichlich sie ist, kann sich unversehens als glückselige Nacht herausstellen.