RAFFAEL. Genie und Geschäftsmann der Hochrenaissance

04.03.2020 12:00

Abendveranstaltung im Akademischen Forum am Dienstag, 3. März 2020 mit Prof. Dr. Ulrich Pfisterer

Prof. Dr. Ulrich Pfisterer, Direktor des Instituts für Kunstgeschichte LMU-München

 

 

Vor 500 Jahren, am 6. April 1520 starb der Künstler Raffael in Rom mit nur 37 Jahren. Ohne Zweifel ist er einer der größten Maler der Hochrenaissance und wird in einem Atemzug mit Leonardo da Vinci und Michelangelo genannt. Das Akademische Forum der Diözese Augsburg würdigte das künstlerische Schaffen dieses Malers mit einem Vortrag: „Raffael. Genie und Geschäftsmann der Hochrenaissance“ am Dienstag, 3. März 2020 im Haus Sankt Ulrich, Augsburg.

Prof. Dr. Ulrich Pfisterer, Direktor des Instituts für Kunstgeschichte an der LMU-München, zeigte in seinem Vortrag die Rezeption, das Leben und das immense künstlerische Werk Raffaels auf.

Der Vortrag nahm seinen Ausgang mit der Feststellung dass wahrscheinlich kein anderer europäischer Künstler im Laufe der Jahrhunderte derart für seine vorbildliche Malerei gefeiert wurde wie Raffael und kein anderer stürzte in der öffentlichen Wahrnehmung so tief ab.

Konnte der ehedem 'göttliche Raffael' doch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Inbegriff einer akademischen Kunstübung werden, gegen die sich die Avantgarden der Moderne mit aller Kraft richteten. Raffaels Bilderfindungen, gerade weil sie unendlich reproduziert wurden, liefen Gefahr, in der Folge nur als süßlicher Kitsch wahrgenommen zu werden. Im Vergleich etwa zu Michelangelo oder Leonardo da Vinci scheint Raffael heute die am wenigsten interessante Künstlerpersönlichkeit.

In den weiteren Schritten seines Vortrages erläuterte Professor Pfisterer, wie es Raffael gelang, in kurzer Zeit zu einem der drei wichtigsten und erfolgreichsten Künstler der Hochrenaissance zwischen Perugia, Urbino, Florenz und Rom aufzusteigen.

In den zwanzig Jahren von 1500 bis zu seinem Tod 1520 produzierte Raffael nicht nur in größter Schnelligkeit unzählige Werke. Viele dieser Schöpfungen: Zeichnungen, Gemälde, Fresken, architektonische Entwürfe, warteten mit neuartigen Ideen und Lösungen auf, die für die nächsten Jahrzehnte, teils Jahrhunderte richtungsweisend werden sollten.

Im Mittelpunkt des Vortrages standen dabei die Aufträge für religiöse Bildthemen, an denen Raffael seine Erfindungskraft in ganz unterschiedlicher Weise demonstrierte: bei Darstellungen von Visionen, in der Variation seiner Madonnenbilder oder an der Ausstattung der Papstgemächer im Vatikanpalast.