13.03.2013 17:49

Studiennachmittag mit Prof. Dr. Norbert Nedopil im Akademischen Forum am Freitag, 8. März 2013

Wird unsere Gesellschaft immer gewalttätiger? Prof. Dr. Norbert Nedopil sagt Nein.
„Der Mensch ist nicht friedlich geboren. Er muss dazu erzogen werden.“

Augsburg. „Immer weniger Gewalt“, das war die Schlussfolgerung von Prof. Nedopil, Leiter der Forensischen Psychiatrie der Universität München, bei dem Studiennachmittag „Und plötzlich ist es Gewalt... Wie entsteht sie? Wie nehmen wir sie wahr? Wie gehen wir damit um?“ im Akademischen Forum.

Im vollbesetzten Großen Saal des Hauses Sankt Ulrich klärte der Referent darüber auf, wie Gewalt entsteht, wieso sie seit der Renaissance deutlich abgenommen hat und warum er von der Forderung nach härteren Strafen nichts hält. Für Gewalttaten gibt es seit jeher drei Gründe: Habgier, Angst und Abschreckung, Rache und Vergeltung. „Der Mensch ist nicht friedlich geboren. Er muss dazu erzogen werden.“, betonte Prof. Nedopil. Gewalt wird grundsätzlich von zwei wesentlichen Faktoren bestimmt: Veranlagung und Verhältnisse.

Weiterhin zeigte der Referent anhand statistischer Daten auf, dass die Kultivierung der Menschheit auch zu einer Abnahme von Gewalttaten geführt habe – wobei festzuhalten ist, dass es immer einen gewissen „Bodensatz“ an Gewalt zwischen Menschen geben wird. Aber die Geschichte lehrt uns auch, dass durch alles Voranschreiten in der Kultivierung des Menschen, dies auf dünnem Eis geschieht: „Wir müssen vorsichtig sein. Aber im Vergleich zu den Leuten aus den vorherigen Jahrhunderten leben wir heute in einer nie dagewesenen Sicherheit.“

pdf-Dateien zu den Vorträgen von Prof. Dr. Norbert Nedopil können Sie im Akademischen Forum unter Tel.: 0821/3152-298 oder per E-Mail: akademisches-forum@bistum-augsburg abrufen!