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VOM KREUZ HER LEBEN. Dimenionen einer Kreuzesspiritualität

22.09.2022 14:44

Abendvortrag im Akademischen Forum am Mittwoch, 21. September 2022

Pfarrer Dr. Christian Hartl

Nüchterner Realismus und Hoffnung

„Vom Kreuz her leben. Dimensionen einer Kreuzesspiritualität“ – mit diesem Thema referierte am Mittwoch, 22. September 2022 Dr. Christian Hartl, Bischöflicher Beauftragter für Geistliches Leben im Bistum Augsburg, im Akademischen Forum. Im Mittelpunkt stand dabei die Kreuzesspiritualität von Julius Kardinal Döpfner. Dessen priesterlicher wie bischöflicher Leitspruch lautete: „Wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten!“ (1 Kor).

Biographisch begründet und theologisch reflektiert war Döpfners Kreuzesspiritualität. Hartl betonte dazu in seinem Vortrag: Die Kreuzesspiritualität könne als nüchterne und zugleich innige „Liebeserklärung an Gott und die Welt" gewertet werden. Positiv und nüchtern soll für Döpfner das Verhältnis zur Welt sein. Der Glaube an Gott verwirkliche sich in der Liebe zur Erde und zu den Menschen. Das Kreuz symbolisiere diese Lebensbejahung, diese Liebeserklärung Gottes an die Welt.

Eindrucksvoll meditierte Hartl in zehn Schritten den Lebensweg Döpfners: schon als Kind habe er wohl gespürt, dass Leben und Kreuz miteinander zu tun haben. Als Bischof von Würzburg habe er sich als erster Kreuzträger gesehen, die Diözese Berlin als Bistum unter dem Kreuz bezeichnet und in seiner Münchner Zeit das Kreuz umklammert. „Für Julius Döpfner war das Kreuz die entscheidende Kraftquelle", unterstrich Hartl.

Der Vortrag endete mit Gedanken, wie eine solche spirituelle Haltung mit Blick auf das Kreuz auch im Alltag gelebt werden kann.