VON GOTT ERZÄHLEN - ABER WIE?

12.06.2018 20:03

Studiennachmittag im Akademischen Forum am Freitag, 8. Juni 2018 anlässlich des 250. Geburtstags Christoph von Schmids (1768-1854)

Die Referenten (v. li.): Dr. Thomas Groll, Prälat Dr. Bertram Meir, Prof. Dr. Christoph Knoblauch

 

 

 

 

Geglaubt wird nur dem Glaubwürdigen

Mit einem Studiennachmittag im Haus Sankt Ulrich erinnerte das Akademische Forum der Diözese Augsburg an den Pädagogen und Priester Christoph von Schmid.

Bistumshistoriker Domkapitular Dr. Thomas Groll zeichnete in einem ersten Vortrag ein lebendiges Lebensbild anhand seiner beruflichen Stationen und seines literarischen Schaffens. Mit seinen religiös-moralischen Erzählungen und Liedern hat Christoph von Schmid einen festen Platz im schwäbisch-bayerischen Raum und ist weit darüber hinaus bekannt. Sein schriftstellerisches Erfolgsrezept heißt Empathie: „Ich ging zu den Kindern selbst in die Schule und lernte von ihnen.“ Auch wenn das literarische Werk Christoph von Schmids uns heute etwas befremdet und manches simplifiziert erscheint – er schrieb eben für Kinder und Jugendliche einer anderen Zeit und Gesellschaft, für Kinder und Jugendliche mit anderen Wertvorstellungen, Bedürfnissen und Vorbildern.

Mit dem zweiten Vortrag von Domdekan Prälat Dr. Bertram Meier wurde der Spot auf die kirchliche und religiöse Situation zur Zeit Christoph von Schmids gerichtet. Dies lässt sich in besonderer Weise anhand des Dillinger Pastoraltheologen und späteren Bischofs von Regensburg Johann Michael Sailer darstellen, der Christoph von Schmid als Lehrer und Freund wesentlich prägte. Seine moderne und weitsichtige Theologie war zwar nicht unbestritten und führte auch zu zahlreichen Verdächtigungen, trotzdem formte gerade Sailer eine ganze Priestergeneration zu menschennahen und spirituellen Theologen.

Professor Dr. Christoph Knoblauch von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg zeigte schließlich in seinem Vortrag auf, wie heute Glaubensinhalte und Werte an Kinder und Jugendliche vermittelt werden können. Anhand von Texten Christoph von Schmids formulierte er Postulate für einen modernen Religionsunterricht, der Jugendliche ermuntert, christliche Werte anzunehmen und als tragende Lebenshilfe zu erkennen. Dazu gehört, selbst ein Bild von der Wirklichkeit zu entwickeln (pädagogischer Konstruktivismus), Orientierung an eigenen Erfahrungen (Subjektorientierung), Religion individuell zu interpretieren (Differenzierung), Anleitung und Hilfe bei der Entwicklung von Werten (Elementarisierung) und schließlich eine überzeugende und glaubwürdige Begegnung mit Verkündigern der Kirche.