WAS DARF ICH HOFFEN? Perspektiven auf die Frage nach einem gelingenden Leben aus Philosophie, Theologie und Psychologischer Gesundheitsforschung
Studientag mit Prof. Dr. Georg Gasser, Prof. Dr. Roman Siebenrock und Prof. Dr. med. Gabriele Stotz-Ingenlath im Diözesan-Exerzitienhaus St. Paulus, Leitershofen am Samstag, 29. März 2025
Als Beitrag für das Heilige Jahr 2025, das die Hoffnung in den Fokus stellt, lud das Akademische Forum in Kooperation mit dem Diözesan-Exerzitienhaus St. Paulus, Leitershofen renommierte Experten aus
Philosophie (Prof. Dr. Georg Gasser), Theologie (Prof. Dr. Roman Siebenrock) und Medizin (Prof. Dr. med. Gabriele Stotz-Ingenlath) zu einem „Leitershofer Dialog" ein, die aus ihrer jeweiligen Perspektive referierten und anschließend miteinander ins Gespräch kamen.
Der Studientag, der sehr gut besucht war und mit abschließendem Buffet-Agape-Abend ein neues Format erprobte, ermöglichte einen regen Austausch der Teilnehmenden untereinander und mit den Referenten.
Was dürfen wir hoffen? Was können wir hoffen angesichts
aller innerer und äußerer Unwägbarkeiten? Ist Hoffnung
etwas, das sich auf ein „Später“ bezieht oder hat es auch
Auswirkungen auf unser „Jetzt“?
Prof. Dr. Georg Gasser unterstrich die Bedeutung des Hoffnungsbegriffs in der Philosophie. „Was darf ich hoffen?“ ist eine von Immanuel Kants philosophischen Grundfragen und Ernst Bloch spricht vom Prinzip Hoffnung. Doch die Philosophie stellt auch die Frage, was Hoffnung von bloßem Wunschdenken unterscheidet und worauf wir sinnvoller Weise unsere Hoffnungen ausrichten sollen.
Prof. Dr. Roman Siebenrock verstand Hoffnung in theologischer Perspektive als ein personales Ereignis. Als Christ zu hoffen, bedeutet nicht unberührt von Aporien, Verlegenheiten und Dunkelheiten zu leben, sondern in alledem aus dem und durch das Versprechen Jesu Christi zu leben: „Ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).
Prof. Dr. Dr. Gabriele Stotz-Ingenlath sah Hoffnung als positiven Zukunftsglauben, der bei der Bewältigung von Alltag, Krisen und Krankheit hilft. Hoffnungslosigkeit hingegen zieht den Lebensmut nach unten und kann als Krankheitssymptom in der Depression zu Suizidalität führen.
Therapie und Begleitung sollten an Bedingungen ansetzen, die Hoffnung wieder möglich werden lassen.