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14.10.2014 15:56

Philosophisches Seminar im Akademischen Forum vom 10. bis 11. Oktober 2014 mit Prof. Dr. Hans Peter Balmer

Prof. Dr. Hans Peter Balmer

WAS SPRACHE BEDEUTET, WAS SIE ERMÖGLICHT, WAS SIE ERFORDERT

Das Philosophische Seminar im Haus Sankt Ulrich verdeutlichte aus historischer und systematischer Sicht einige grundlegende Aspekte philosophischen Sprachdenkens.

Der Referent, Prof. Dr. Hans Peter Balmer, stellte in einem ersten Vortrag verschiedene Ideen von Sprache vor. Ausgehend von den Vorbehalten antiker Philosophen gegenüber der Sprache entfaltete er verschiedene Denkmodelle zum Ursprung der Sprache: nominalistisch-analytisch (funktionaler Spracheinsatz), mystisch-spekulativ (Im Wort ereignet sich Schöpfung) und humanistisch-literarisch (Sprachvernunft/Verständigungsprozess).

In einer zweiten Einheit standen die philosophischen Denkansätze von Johann Georg Hamann und Johann Gottfried Herder im Mittelpunkt, die eine Philosophie der sprachlichen Vernunft begründeten und damit in Differenz zu Immanuel Kant traten. Johann Georg Hamann: „Vernunft sei auf Sprache angewiesen!“.

Der Philosoph Wilhelm von Humboldt war Thema des dritten Vortrages. Den Bruch, den Johann Georg Hamann und Johann Gottfried Herder mit Immanuel Kant vollzogen haben, wird mit Wilhelm von Humboldt modifiziert. Mit der vergleichenden Sprachenbeschreibung stellt er die Weichen für die Moderne: „Sprache ist eine Arbeit des Geistes“.

„Sprachspiele und Weltoffenheit oder von der Praxis des Menschen“: Mit Ludwig Wittgenstein schloss das Philosophische Seminar. Wittgenstein orientiert sich an der „normalen Sprache“ und beschreibt sie als einen Teil menschlichen Handelns. Letztlich lässt sich nur sinnvolles sagen, was logisch ist.