GARTENKUNST ALS SPIEGEL DES LEBENS
Domherr zu Augsburg und exzentrischer Prinz: Christoph Madrutz (1512-1578) und Vicino Orsini (1523-1585)
reichbebilderter Vortrag im Haus Sankt Ulrich, Augsburg
Gartenkunst als Spiegel der Seele
Vertreter des Tiroler Adelsgeschlecht der Madruzzo - oder in deutscher Form Madrutz – waren über den Dienst für Kaiser und Papst auch mit der Stadt Augsburg verbunden: Ein Madrutz war Heerführer König Maximilians I., dem „Bürgermeister von Augsburg“, ein anderer Vertreter des Hauses Prediger beim Totengedenken Kaiser Karls V. im Hohen Dom zu Augsburg (1559). Christoph Madrutz schließlich war nicht nur Domherr zu Augsburg, sondern als Fürstbischof von Trient Gastgeber des Konzils von Trient (1545-1563). Auf der Höhe seiner Laufbahn als Kardinal und Fürstbischof zieht sich Christoph 1567 weitgehend ins Privatleben in die Nähe von Rom nach Soriano zurück. Dort fröhnt er auch seiner Leidenschaft für den Gartenbau nach humanistischem Ideal. In diesen Jahren entwickelt sich auch über die Gartenkunst eine enge Freundschaft zum exzentrischen Fürsten Vicino Orsini, der in Bomarzo eine bis heute skurril-bizarr anmutende Parkanlage gestaltet.
Ausdruck dieser ungewöhnlichen Freundschaft ist eine Widmung im Park:
Animus quiescendo fit prudentior ergo – Cristoforo Madruzzo principi Tridentino dedicato /
Durch Ruhigwerden wird mein Geist weiser, deshalb dem Christoph Madruzz, dem Fürsten von Trient, gewidmet.
Der Vortrag spürt der Freundschaft der ungleichen Männer nach und beleuchtet die Gartenkunst in der Spätrenaissance, die immer auch Ausdruck des humanistischen Lebensideals war.
PROGRAMM
18.30 Uhr Begrüßung und Einführung
18.35 Uhr Die Gärten zweier Freunde als Spiegel ihres Lebensgefühls
Der humanistische Park von Soriano und der Sacro Bosco in Bomarzo
Dr. Christina von Berlin
20.15 Uhr Rückfragen und Diskussion
ca. 20.30 Uhr Ende der Veranstaltung
Moderation: Frederic-Joachim Kaminski
Die Referentin
Bildrecht: Stadt Augsburg
Dr. Christina von Berlin
Studium der Etruskologie, Frühchristlichen Archäologie und Kunstgeschichte des Mittelalters an den Universitäten Florenz und Rom. 1986 Abschluss mit einer Laurea d’Arte. Ab 1986 berufsbegleitend Studium der Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Mittelalterarchäologie, Historische Hilfswissenschaften und Kirchengeschichte an der Universität Zürich. 1992 Lizentiat und 1995 Promotion.
Seit 2002 zunächst freischaffend für die Kunstsammlungen und Museen Augsburg im Bereich Kunstvermittlung tätig, seit 2010 Kuratorin mehrerer Ausstellungen, ab 2016 Festanstellung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektkoordinatorin am Maximilianmuseum.
Seit dem Ruhestandsantritt im Juni 2023 freischaffende Kunsthistorikerin, u.a. Projekt für die Abegg-Stiftung
Anmeldung erbeten
per mail an akademisches-forum@bistum-augsburg.de
Kosten
Eintritt 6,00 €
Schüler/Studierende frei