Weltmissionssonntag

Abbé Felix Ouédraogo aus Burkina Faso zu Gast

20.10.2020 15:18

Augsburg (pba). In Westafrika haben Menschen verschiedener Religionen und Ethnien lange Zeit friedlich zusammengelebt. Gegenwärtig wird diese Region immer mehr zum Schauplatz von Anschlägen und Übergriffen, Konflikte werden religiös aufgeladen. Anlässlich der missio-Kampagne zum Monat der Weltmission berichtete heute Abbé Felix Ouédraogo aus Burkina Faso vor Medienvertretern über die Arbeit der Kirchen in Westafrika. Sie setzen sich durch interreligiöse Zusammenarbeit gegen den Missbrauch von Religion ein. Beim Gespräch waren auch Bischof Dr. Bertram Meier und missio-Präsident Msgr. Wolfgang Huber dabei.

Bei einem Gespräch vor Medienvertreter berichtete Abbé Felix Ouedraogo über die Arbeit der Kirche in Burkina Faso: ( v.l.) Bischof Dr. Bertram Meier, Abbé Felix Ouedraogo, missio-Präsident Msgr. Wolfgang Huber und Dr. Peter Frasch, Referent in der Abteilung Weltkirche im Bistum Augsburg. (Foto: Maria Steber / pba).

„In den vergangenen Jahren hat sich die Sicherheitslage in Burkina Faso sehr verschlechtert. Es gab zahlreiche Terroranschläge von Fundamentalisten, die die Religion als Vorwand benutzen, um Menschen gegeneinander aufzubringen“, sagte Abbé Felix Ouédraogo, der derzeit als Pfarrvikar im Pfarrverband Melk in Österreich tätig ist. Die Waffen würden sich dabei gleichermaßen gegen Christen, Muslime und Angehörige anderer Religionen richten. „Der Terrorismus hat keine religiösen Wurzeln“, betonte er. Dessen Folgen seien in der zunehmenden Destabilisierung des Landes bereits sichtbar: „Es gibt zahlreiche Binnenvertriebene und Schulen mussten geschlossen werden“.

Die Kirche sei den Menschen in dieser Situation eine wichtige Unterstützung: „Sie stellt Gemeindehallen und Kleidung für Binnenvertriebene zur Verfügung und bietet Unterricht an.“ Den Friedensdialog zwischen den Menschen verschiedener Religionen zu fördern, sei den kirchlichen Akteuren hierbei ein besonderes Anliegen: „Es wurde eine Friedenskarawane für junge Menschen und christlich-muslimische Dialoggruppen gegründet. Dabei kommen Jugendliche miteinander in den Austausch und lernen sich gegenseitig als Menschen mit Würde kennen“, so Abbé Felix.

„Bildungsarbeit ist Friedensarbeit“, hob Bischof Dr. Bertram Meier den Erwerb von Wissen als Schlüssel zu einem friedlichen Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Ethnien hervor. Das vorrangige Ziel weltkirchlicher Arbeit der Zukunft müsse darin liegen, „Menschen zu befähigen, Zusammenhänge zu verstehen, Unterscheidungskraft zu entwickeln und umsichtige Kommunikation einzuüben“. Interreligiöser Dialog, Gewaltprävention und Friedenspredigten christlicher und muslimischer Geistlicher seien hierbei wertvolle Beiträge zur gegenseitigen Verständigung.

Bischof Bertram erinnerte zugleich an unsere Mission als Christen, die beinhalte als „Baumeister des Friedens“ zu agieren und Menschen verschiedener Religionen zusammenzubringen. So gelte es nicht nur in Westafrika, sondern auch bei uns in Deutschland im friedlichen Dialog voneinander zu lernen und Spannungen abzubauen. Für das Thema „Friede“ und „Gerechtigkeit“ sei auch das Lieferkettengesetz ein wichtiger Baustein, sagte Bischof Meier: „Das geplante Lieferkettengesetz, das ich selbst unterstütze, soll zu mehr weltweiter Gerechtigkeit beitragen. Der Friede Gottes gilt allen Menschen. Er ist ein Gut, das - gepaart mit der Gerechtigkeit - eine neue Geschwisterlichkeit in der Einen Welt aufbaut. missio leistet dafür einen wichtigen Beitrag.“  

Der Präsident von missio, Msgr. Wolfgang Huber, richtete seinen Dank an Bischof Bertram und die Unterstützung, die das Hilfswerk von Seiten der Diözese Augsburg seit langem erfahre: „Es ist für uns eine Freude zu wissen, dass in der Diözese Augsburg ein Bischof tätig ist, der den Blick in die weite Welt hat.“ Zugleich erinnerte der missio-Präsident an das großartige Engagement aller Spenderinnen und Spender während der Corona-Pandemie: „Dank der großzügigen Spenden konnte unser Corona-Hilfsfonds nochmals aufgestockt werden. Mittlerweile beträgt er 500.000 Euro. Mit dem Geld unterstützen wir Menschen in Afrika und Asien, die die Auswirkungen der Corona-Pandemie an die Grenzen der Existenz ge­bracht haben.“ Die finanziell geleistete Hilfe weise auf die geschwisterliche Verbundenheit innerhalb der Weltkirche hin. „Sie zeigt, dass wir auch angesichts der Pandemie eine Familie Gottes sind“, so Msgr. Huber.

Höhepunkt der Solidaritätsaktion ist der Weltmissionssonntag mit der bundesweiten missio-Kollekte am kommenden Sonntag, 25. Oktober. Die Kampagne steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Selig, die Frieden stiften“. Wegen der besonderen Corona-Situation fanden heuer viele Veranstaltungen zum Sonntag der Weltmission digital und in Form von Online-Konferenzen statt.  

Spenden für das Hilfswerk „missio“ sind nicht nur über die Kollekte in den Gottesdiensten am Wochenende möglich, sondern können auch direkt überwiesen werden.

 

Spendenkonto:
Internationales Katholisches Missionswerk
missio München
LIGA Bank München
IBAN: DE 96 7509 0300 0800 0800 04
BIC GENODEF1M05