Seelsorge in besonderen Lebenslagen

11.05.2015 12:47

Am vergangenen Freitag, 8. Mai, haben 22 Absolventinnen und Absolventen des Weiterbildungskurses zum Ehe-, Familien- und Lebensberater im Haus St. Ulrich in Augsburg ihr Diplom überreicht bekommen. 17 davon sind aus der Diözese Augsburg und werden in der EFL in Augsburg künftig ihre Beratungstätigkeit ausüben. "Wir freuen uns sehr, dass alle die Abschlussprüfung nach dreieinhalb Jahren Weiterbildung erfolgreich abschließen konnten", sagte Helga Kramer-Niederhauser, Abteilungsleiterin Seelsorge in besonderen Lebenslagen. Gemeinsam mit Ausbildungsleiter Rupert Membarth gratulierte sie den Absolventen und überreichte ihnen die Diplomzeugnisse. Die Abschlussfeier begann mit einem Gottesdienst, den Domdekan Dr. Bertram Meier als Leiter des Bischöflichen Seelsorgeamtes feierte. Auf der Grundlage der Emmaus-Geschichte entfaltete er den Beratungsdienst, der in den Bereich der diakonischen Seelsorge fällt: „Diese Zuordnung ist kein Zufall, denn es geht um Beziehung, Beziehungsarbeit und Beziehungsfähigkeit“.

Foto: pba/Annette Zoepf.

Dabei spiele auch die Beziehung zu Gott sowie Spiritualität eine große Rolle. Prälat Meier ermutigte die neuen Beraterinnen und Berater, existentielle und religiöse Themen zur Sprache zu bringen: „Fragen des Lebenssinns, nach Schuld und Versöhnung, die Gottesbilder“. Schließlich dankte er ihnen für die Bereitschaft, gerade in der Eheberatung die Bedeutung des Ehesakramentes ins Licht zu rücken. „Beziehung stiften, Beziehung wieder herstellen, Wunden heilen helfen: Damit kann man die zentrale Grundoption der kirchlichen EFL-Beratung umschreiben.“

Die Dienste der psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen (EFL) werden alljährlich sehr gut angenommen. Sie ist in der Trägerschaft der Diözese Augsburg und unterhält sieben Hauptstellen in Augsburg, Donauwörth, Kempten, Lindau, Neu-Ulm, Schrobenhausen und Weilheim sowie 18 Außenstellen im Bistumsgebiet. In 2014 konnte gut 6.200 beratenen Personen in über 4.200 Beratungsfällen kompetente Hilfe in den unterschiedlichsten psychischen Problemlagen und Krisen gewährt werden. Dies erfolgt in Einzel-, Paar-, Familien- und Gruppenberatung.

Die positiven Auswirkungen auf die Elternkompetenz, die Arbeitsfähigkeit und die psychische wie physische Gesundheit werden immer wieder bestätigt. Die Beraterinnen und Berater verstehen ihre Arbeit als "psychologischen Fachdienst der Seelsorge". Wegen der hohen Akzeptanz und Wertschätzung der kirchlichen EFL-Arbeit und einer steigenden Nachfrage nach ihren Beratungsleistungen wird in diesem Bereich die Zahl der Vollzeitstellen auf 33 erhöht.