Porträtreihe: „Unsere Dekane“

Adolf Rossipal: Mit Hunden und Zuversicht

24.05.2019 12:49

(Zuchering) Die Tür des Pfarrhofs in Zuchering öffnet sich. Edgar und Justus begrüßen die Gäste mit geradezu überschwänglicher Freude. Laut bellend und aufgeweckt fegen die beiden Dackel durch den Hausflur. Hinter den Vierbeinern erscheint entspannt Pfarrer Adolf Rossipal, Dekan des Dekanats Pfaffenhofen. Sofort wird die Verbundenheit zwischen ihm und seinen „zwei Jungs“, wie er seine Hunde gerne nennt, deutlich.

Dekan Adolf Rossipal mit einem seiner beiden Hunde. (Foto: Alicia Zeller / pba)

Edgar und Justus stellen für den Pfarrer eine sehr gute Möglichkeit dar, mit seinen Mitmenschen ins Gespräch zu kommen - auch mit denen, die nicht in die Kirche gehen. „Man führt dann ganz normale Gespräche“, sagt der Dekan und lacht dabei: „Da kann es auch schon mal passieren, dass Kinder eine unverhoffte Gesichtswäsche von den Zungen der Hunde bekommen.“ Der Pfarrer genießt die Spaziergänge durch Zuchering und diese sehr verschiedenartigen Begegnungen mit den Menschen.

Seit September 2001 ist Adolf Rossipal Pfarrer in dem Ingolstädter Stadtteil. Er musste in diesen Jahren zusehen, wie die Zahl der Gottesdienstbesucher von rund 550 auf etwas mehr als 200 gesunken ist. „Viele Gläubige sterben einfach weg“, so Pfarrer Rossipal, „und es folgen dann kaum neue und jüngere nach.“ Dennoch ist er insgesamt zuversichtlich, was die Zukunft der Kirche betrifft. „Vermutlich geht es erst einmal noch weiter bergab. Man würde sich sonst etwas vorlügen“, gibt er zu. Aber Adolf Rossipal ist sicher: „Es wird auch wieder bergauf gehen.“ Diese Zuversicht gibt ihm die Kirchengeschichte, in der es schon immer ein bergauf und bergab gegeben habe.

„Ein reines Patentrezept habe ich aber genauso wenig wie die anderen“, meint der Dekan. Aber auch da sucht er ein wenig Rat in der Vergangenheit, verbindet Altes und Neues. Oder wie er es sagt: „Das Bewährte mit neuen Einflüssen anreichern und würzen. Wenn uns das gelingt, wird es mit der Kirche wieder bergauf gehen.“

Er verdeutlicht das am Beispiel der Vermittlung von Glaubensinhalten und einer besseren Hinführung zum Gebet. Unter dem Leitspruch „Nehmt Neuland unter den Pflug!“ (Hos 10,12) habe er zusammen mit dem Institut für Neuevangelisierung einen Glaubenskurs in seiner Pfarrei durchgeführt. An sechs Abenden sei dabei den rund dreißig Teilnehmern der Glaube nähergebracht worden.

Für Pfarrer Rossipal ist das Grund zur Freude. Und es gibt auch noch einen anderen: Heuer blickt er auf seine Priesterweihe vor 30 Jahren zurück. Er selbst sei im Rahmen einer Beichte auf den Priesterberuf aufmerksam geworden, erinnert er sich. Als er auf der Suche nach seinem zukünftigen Beruf war, habe ihm sein Beichtvater den Weg zum Priestertum vorgeschlagen. Irgendwie habe sich das auch angeboten, weil er zuvor elf Jahre lang Ministrant gewesen sei.

Davon rührt auch bis heute seine Liebe zur Liturgie und zum Gottesdienst her. „Schon als Ministrant hat mir die heilige Messe Kraft gegeben“, blickt er zurück. Am liebsten seien ihm dabei die „ganz normalen“ Werktagsmessen. Da könne er sehr gut zur Ruhe kommen.

Worin das Besondere an seinem Dekanat liege? Ihm fällt vor allem die Lage am Rand des Bistums Augsburg ein. Damit sei eine gewisse Distanz zu Augsburg verbunden, viele Gläubige orientierten sich eher an den näher liegenden Städten Ingolstadt und München, somit am Bistum Eichstätt und am Erzbistum München und Freising. Umso wichtiger sei es ihm als Dekan deshalb, ein Brückenbauer zu sein und den Zusammenhalt im Dekanat selbst und mit dem Bistum zu stärken.

Gerade deswegen ist der Dekan sehr dankbar für die Fürsorge der Diözese. Diese zeige sich beispielsweise in der bevorstehenden Kirchenrenovierung. Die Pfarrkirche St. Blasius in Zuchering müsse renoviert werden. „Das ist bei einer Barockkirche ein sehr teures Unterfangen“, erklärt der Pfarrer. Deshalb sei er sehr froh über die auch finanzielle Unterstützung, die er vom Bistum erfahre.

Unterstützung: Die scheint Pfarrer Rossipal auch von seinen beiden Gefährten mit den rauhen Haaren zu bekommen. Edgar und Justus zaubern ihm immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Und vielleicht auch Erinnerungen an ganz früher, an seine Kindheit: „Daheim hatten wir auch einen Hund.“

 

Text: Alicia Zeller / Karl-Georg Michel