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Bistumsheilige

Afrafest: Bischofsvikar Meier ruft Christen zum offenen Bekenntnis und zum Dialog mit dem Islam auf

05.08.2018

Augsburg (KNA/pba) Bischofsvikar Bertram Meier hat die Christen zum offenen Bekenntnis und zum Dialog mit dem Islam aufgerufen. Christen seien weder blauäugig noch dazu verführbar, Bollwerke zu errichten, sagte er heute in der Basilika St. Ulrich und Afra bei der Feier des Afrafestes. "Ehrlicher Dialog mit unseren muslimischen Mitbürgern ist angesagt, nicht Dialogverweigerung." Ein christlich-islamischer Dialog werde sich "um des Friedens willen" auszahlen. Eine echte Stärkung der eigenen Identität erfolge nicht durch Ablehnung des Fremden, sondern durch Vertiefung und Verlebendigung des Eigenen. Die "Alternative für Deutschland" laute daher: "Glaube braucht Bekenntnis."

In seiner Predigt erklärte der Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog sweiter: "Asylsuchenden und Flüchtlingen holzschnittartig kriminelles Potenzial zu unterstellen, ist keine Alternative für Deutschland." Gleiches gelte für das Anzweifeln der Würde von Menschen mit Behinderung, die Parole "Deutschland den Deutschen" und das Ziel, "Staat und Kirche so strikt voneinander zu trennen, dass die Kirche nur noch für Kultur zuständig wäre". Das partnerschaftliche Miteinander von Kirche und Staat habe sich jahrzehntelang bewährt.

Der Domdekan äußerte sich auch zur Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre. Muslime sind seinen Worten zufolge "unverkennbar Teil unseres Landes". Christentum, Judentum und Islam dürften aber in ihrer Bedeutung für die Gesellschaft nicht für weitgehend unterschiedslos erklärt werden. "Wir sind gewachsen auf jüdisch-christlichem Grund. An diesem Erbe sollten wir nicht rütteln." Der Islam gehöre nicht zur kulturellen Identität Europas, doch zur Wirklichkeit gehöre die Mehrzahl friedliebender Muslime in Deutschland.

"Zur Wirklichkeit der islamischen Welt gehören aber auch Todesstrafen für Konvertiten, Missachtung der Würde der Frau, Terrorzellen in Europa und Gräueltaten gegen Christen", erinnerte der Domdekan. Dass da Angst aufkommen könne, sei verständlich. Mehr denn je sei eine grundlegende religiös-theologische Reform des Islam notwendig. Nur mit einem aufgeklärten Islam seien zielführende Gespräche möglich.

Der Gottesdienst zu Ehren der heiligen Afra, die neben Bischof Ulrich auch Patronin der Stadt und des Bistums Augsburg ist, wird jedes Jahr vom Augsburger Domdekan gefeiert. Musikalisch gestaltet wurde er durch den Gospel- und Basilikachor unter der Leitung von Peter Bader.