Kunst

Aschermittwoch der Künstler: Ausstellung mensch-raum-zeit im Dom eröffnet

Lichtinstallation zur Ecce-Homo-Figur am Sakramentsaltar im Augsburger Dom. (Foto: Romana Kröling / pba)
01.03.2017 18:14

Augsburg (pba). Am heutigen Aschermittwoch sind 200 Künstler im Hohen Dom zu Augsburg zusammengekommen. Bischof Dr. Konrad Zdarsa feierte gemeinsam mit ihnen einen Pontifikalgottesdienst zum Beginn der Fastenzeit. Im Rahmen des Aschermittwochs der Künstler wurde die Ausstellung „mensch-raum-zeit“ rund um vier Skulpturen des Augsburger Barockbildhauers Georg Petel (1601/02-1634) eröffnet.

Diözesankonservator Dr. Michael A. Schmid hob bei der Vorstellung Petels die große Bedeutung des Künstlers zu seiner Zeit hervor: „Georg Petel wurde sogar als deutscher Michelangelo bezeichnet.“

Während des Pontifikalgottesdienstes ging Bischof Konrad auf das Thema Fasten ein. So begann er seine Predigt mit einer Schlagzeile der Katholischen Nachrichtenagentur: „Heutzutage wird zu viel und falsch gefastet.“ Er unterstützte diese Aussage, indem er hinzufügte: „Da wird aus allen möglichen und alles anderen als christlichen Motiven gefastet.“ Seiner Meinung nach wäre es zu jeder Zeit und für jedermann angeraten, nicht einfach alles so in sich hineinzustopfen, sondern eher „selbst zu leben als sich leben und treiben zu lassen“. Es bräuchte dazu auch gar keine besondere Zeit, um sich selbst immer mal wieder zu überprüfen, inwieweit man sich selbst noch im Griff hat, so der Bischof.

Auch die Frage, wie die Fastenzeit denn nun zu begehen sei, beantwortete Bischof Konrad. „Fasten, beten und spenden sind nichts wert, wenn wir nicht mit reiner Absicht Gott suchen.“ Dies hänge vom konkreten Handeln ab. Die Gläubigen sollten eher das persönliche als das öffentliche Gebet suchen und lieber das Sakrament der Buße empfangen als eine „halbherzige, persönliche Bilanz“ zu ziehen. Die Aussage, die Gebote der Fastenzeit gehalten zu haben, dürfe auf keinen Fall zu einer „ritualisierten Lüge werden“, so der Bischof.

Nach dem Gottesdienst waren die Besucher dazu eingeladen, einen Teil der Ausstellung „mensch-raum-zeit“ zu besichtigen. Vier regionale Künstler haben sich mit den Petel-Skulpturen auseinandergesetzt und neue Kunstwerke zu und mit den Barockfiguren geschaffen. Die Ausstellung erstreckt sich über vier Kirchen der Augsburger Innenstadt, davon drei katholische und eine evangelische: der Hohe Dom, die Dominikanerkirche Heilig Kreuz, die Moritz- und die Barfüßerkirche. Zu sehen sind Fotografien, Glasobjekte, Schrifttafeln aus verschiedenen Materialien und eine Installation aus bedruckten Glasplatten.

Im Dom beispielsweise haben die Künstler Installationen zur „Ecce-Homo“-Figur am Sakramentsaltar geschaffen. Kommunikationsdesignerin Sabine Karl entwarf eine Lichttafel, die an die Rückwand des Altars projiziert wird und die Petel-Figur umrahmt. Im südwestlichen Bereich des Doms, vor der Andreas- und Hilariakapelle, sind mehrere Foto-Tafeln aufgestellt worden. Darauf haben Bernd Rummert und Wolfgang Mennel in Anlehnung an den „Ecce-Homo“ je ein Paar gefesselte Hände abgebildet. Zusätzlich ist im Bereich des Westchors noch eine Glasblase von Andrea Viebach zu sehen. In das Glas wurde der Abdruck zweier Hände hineingearbeitet, da auch in Petels Kunstwerken die dargestellten Hände immer eine besondere Rolle spielen.

Die Ausstellungsdauer variiert je nach Ausstellungsort. Teilweise sind die Kunstwerke nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Genauere Informationen dazu gibt es im Internet unter http://www.mensch-raum-zeit.de.

Alle Petel-Figuren, die in Augsburger Kirchen stehen, sind in einem neuen Kunstführer erfasst worden. In diesem werden die Figuren und ihre Standorte noch einmal ausführlich beschrieben. Erhältlich ist das Büchlein ab sofort am Schriftenstand im Dom.