Kroatische Mission

"Auch für Euch bin ich Bischof"

12.07.2021 15:03

Bischof Dr. Bertram Meier hat bei einem Pastoralbesuch der kroatisch-katholischen Mission in Augsburg seine Bewunderung und seinen Stolz über das vielfältige Gemeindeleben ausgedrückt, das die kroatischen Katholiken im Bistum Augsburg pflegen. 

Bischof Bertram mit dem Leiter der Kroatischen Mission P. Ivan Cilic OFM (Fotos: Vlatko Knez)

Bei einem Gottesdienst, den er zweisprachig zusammen mit dem Leiter der Mission Pater Ivan Cilic OFM und Pfarrer Mirko Cavar in der Kirche St. Sebastian zelebrierte, zeigte Bischof Bertram sich vor zahlreichen Gläubigen davon beeindruckt, dass vor allem viele junge Menschen gekommen waren.

Bischof Bertram erzählte von seinen Erinnerungen am Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom, wo er noch vor der politischen Wende mit Studenten aus Ungarn, Rumänien und dem damaligen Jugoslawien unter einem Dach zusammenlebte. Zur Hausgemeinschaft gehörten auch Slowenen und Kroaten. „Im Germanicum gab es einen eigenen ‚Kroaten-Tisch‘, es war für mich Ehre und Freude, wenn ich an diesen Tisch eingeladen wurde. Aus der gemeinsamen Studienzeit sind Freundschaften zu kroatischen Priestern und Bischöfen gewachsen, die bis heute Bestand haben.“ Im Hinblick auf die kroatische Gemeinde in Augsburg rief Bischof Bertram den Gläubigen zu: „Ich bin Bischof auch für Euch!“

Der Gottesdienst in St. Sebastian

Gerade die kroatische Mission zeige, dass die katholische Kirche international sei. In der katholischen Kirche gebe es keine Ausländer, denn wir alle hätten Bürgerrecht im Haus des Herrn, über sprachliche, kulturelle und nationale Grenzen hinweg. Integration heiße weder Fusion noch Einebnung, sondern Vielfalt als gegenseitige Bereicherung zu begreifen. Die Entdeckung und Wertschätzung der Katholizität könne der Kirche in Deutschland auch helfen, den Synodalen Weg verantwortlich weiterzugehen: „Wir leben hier nicht auf einer schwäbischen oder deutschen Insel. Kommunikation und Vernetzung sind angesagt.  Wir sollten aus unserer ‚Schrebergartenmentalität‘ herausgehen und über unsere Kirchtürme hinausblicken auf das, was Ortskirchen in anderen benachbarten Ländern bewegt.“  

Bischof Bertram beim Auszug aus dem Gottesdienst

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen hätten gezeigt, dass den Menschen weniger durch Strukturveränderungen geholfen werde als vielmehr durch neue Wege, die Jesus und seinem Evangelium den Weg bahnten: „Kranken und leidende Menschen suchen Jesus. Wir sollten ihnen helfen, den Heiland zu finden und zu berühren.“ Stellvertretend für ihre Mitschwestern und die vielen Ehrenamtlichen dankte Bischof Bertram Schwester Marta Barisic, die sich vor allem im sozial-caritativen Bereich und in der Sakramentenkatechese engagiert.

Gestaltet wurde der Gottesdienst durch den Liturgieprofessor Josip Gregur SDB an der Orgel sowie einem Chor und Instrumentalisten. Bischof Bertram hatte bereits am Weißen Sonntag die italienisch-katholische Mission besucht – diesem nun zweiten Treffen mit den fremdsprachigen Missionen im Bistum sollen weitere folgen.