Diözesanmuseum

18.03.2015 12:08

Augsburg (pba). Unter dem Titel „Wer ist der Mann auf dem Tuch“laden die Malteser und das Diözesanmuseum St. Afra seit heute zu einer interessanten Spurensuche ein: Bis zum 26. April ist dort die Wanderausstellung zum Turiner Grabtuch erstmals in Bayern zu Gast. Gestern Abend wurde sie in feierlichem Rahmen eröffnet. „Ich sage den Maltesern ganz herzlichen Dank, dass wir zusammen mit ihnen diese Ausstellung organisieren und nach Augsburg holen konnten“, betonte Bischofsvikar Karlheinz Knebel vor rund 120 Gästen im Diözesanmuseum in Augsburg. Der Zeitpunkt dafür hätte nicht besser gewählt sein können, so Knebel: „Die Ausstellung bereitet uns einerseits auf die Karwoche und Passion vor und regt andererseits zu einem Besuch der Grabtuchausstellung in Turin an.“ Ab Mitte April ist dort das Original zu sehen.

(Foto Maria Steber/pba).

Den Mittelpunkt der Ausstellung in Augsburg bilden eine originalgetreue Kopie des Turiner Grabtuches und eine dreidimensionale Skulptur des Leichnams, die aus einer Bildanalyse angefertigt wurde. 22 Stelen und Schaubilder geben Auskunft über wissenschaftliche Untersuchungen, historische Forschungen und theologische Sichtweisen.

Das Ziel, das die Malteser mit der Schau zu erreichen suchen, fasste die Ausstellungskuratorin, Bettina von Trott zu Solz, zusammen: „Die Ausstellung ist bewusst als Spurensuche gedacht. Jeder ist eingeladen, diese Spuren zu suchen. Wir sind bekannt für unsere Hilfe am Nächsten, aber auch für die Bezeugung des Glaubens. Wir wollen helfen beim Glauben.“

In einem Impulsvortrag listete der Historiker und Buchautor, Michael Hesemann, zahlreiche Fakten auf, die für die Echtheit des Grabtuches sprechen: Nicht nur die anatomischen Erkenntnisse seien alle stimmig, sondern auch die Pflanzenkunde habe überzeugende Beweise geliefert. So habe man beispielsweise im Tuch Pollen zweier Pflanzen gefunden, die nur in einem schmalen Streifen zwischen Jerusalem und Hebron wachsen. Auch DNA-Analysen und gefundene Reste von Straßenstaub wurden bereits als weitere Belege erbracht, erklärte Hesemann. Ob in einer Zeit, wo der Glaube immer mehr zu verdunsten scheine, gerade die Wissenschaft das Geheimnis des Grabtuches decodieren könne und neu zum Glauben an die Auferstehung führen wolle, stellte Heseman als interessante Frage in die Runde. Mit einem Blick auf Ostern schloss der Historiker seinen Vortrag: „Der Karsamstag wird überwunden durch den Ostersonntag. Das Grabtuch trägt die Osterbotschaft in sich.“

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 26. April 2015 jeweils Dienstag bis Samstag von 10.00 bis 17.00 Uhr im Diözesanmuseum St. Afra in Augsburg. An Sonn- und Feiertagen ist das Museum von 12.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Entwickelt wurde die Wanderausstellung zum Turiner Grabtuch von den Maltesern und dem Erzbistum Köln mit privater Unterstützung: Im Rahmen einer Pilgerreise im Jahr 2007 besuchten Führungskräfte der Malteser eine Ausstellung zum Turiner Grabtuch im päpstlichen Gästehaus Notre Dame de Jerusalem. Die Verknüpfung von Glaube und wissenschaftlichen Fakten hinterließ bei allen Beteiligten tiefe Eindrücke. Der Wunsch entstand, eine solche Ausstellung auch in Deutschland zu organisieren. Fast sechs Jahre dauerte die Realisierung von der Aufbereitung der Inhalte über die Suche der Exponate bis hin zu Konzeptentwurf und Sponsorensuche. Im Juni 2013 erlebte die Ausstellung ihre Premiere im Rahmen des Eucharistischen Kongresses im Erzbischöflichen Priesterseminar in Köln.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

(Foto: Maria Steber/pba).
(Foto: Maria Steber/pba).
Die Ausstellungskuratorin, Bettina von Trott zu Solz, vor rund 120 Gästen bei der feierlichen Eröffnung der Ausstellung im Diözesanmuseum. (Foto Maria Steber/pba).