Freisinger Bischofskonferenz

Bald wieder Gottesdienste möglich?

17.04.2020 22:05

München/Augsburg/Bonn (KNA/pba/mit Aktualisierung 20.04.2020) In Bayern soll es voraussichtlich ab 4. Mai wieder öffentliche Gottesdienste in den Kirchen geben. Das hat die Pressestelle der Freisinger Bischofskonferenz am Freitagabend mitgeteilt. Die Bischöfe wollen demnach in Absprache mit der Staatsregierung ein Schutzkonzept erarbeiten, das die Wiederaufnahme möglich macht. Bischof Bertram kündigt einen Weg der kleinen Schritte an. 

Der Hohe Dom zu Augsburg: Nicht nur dort sind vielleicht bald wieder Gottesdienste möglich. (Foto: Daniel Jäckel/pba)

Einvernehmlich vereinbarten am Freitag die Oberhirten der sieben (Erz-)Diözesen Bamberg, München, Passau, Regensburg, Augsburg, Eichstätt und Würzburg in einer anlässlich der Corona-Krise einberufenen Telefonkonferenz, ihr Vorgehen zu koordinieren. Dazu wollen sie Regeln etwa zu Hygiene, Mindestabstand und Teilnehmerzahl erarbeiten, mithilfe derer gemäß der staatlichen Vorgaben eine weitere Verbreitung des Coronavirus verhindert werden soll, meldet die KNA mit Bezug auf die Mitteilung der Bischofskonferenz. Unter dem Vorsitz des Münchner Erzbischofs, Kardinal Reinhard Marx, tauschten sich die Bischöfe demnach über die Situation in ihren Diözesen und über die seelsorglichen Nöte der Bevölkerung, insbesondere der Erkrankten, der Familien sowie älterer und alleinstehender Menschen, aus. "Wir hoffen, dass mit einem der schwierigen Situation angemessenen Schutzkonzept im Mai in unseren Kirchen schrittweise wieder Gottesdienste möglich sein werden", erklärte Marx.

Der ernannte Bischof von Augsburg und Apostolische Administrator Dr. Bertram Meier hatte soeben gegenüber verschiedenen Medien betont, dass die Verantwortungsträger der beiden großen christlichen Kirchen in Bayern derzeit viele Kanäle nützen. Dabei gehe es darum, im konstruktiven Gespräch mit den staatlichen Autoritäten und im ökumenischen Schulterschluss zu Lösungen zu kommen, damit unter bestimmen Bedingungen wieder gottesdienstliche Versammlungen möglich seien. Zur heutigen Telefonkonferenz der Bischöfe erklärt der ernannte Bischof: „Wir haben alle einmütig unsere Hoffnung geäußert, dass sich die uns anvertrauten Gläubigen auch wieder als Gemeinschaft zum Gottesdienst versammeln können. Dass hierfür die Kriterien zum Schutz von Leib und Leben, das heißt um die Gesundheit, eingehalten werden müssen, ist für uns selbstverständlich. Eine behutsame Öffnung wird nur auf dem Weg der kleinen Schritte möglich sein. Es braucht auch Zeit, um entsprechende Rahmenbedingungen vorzubereiten. Wir würden uns freuen, wenn eine zaghafte Öffnung ab dem 4. Mai praktikabel wäre.“

Vorschläge für eine solche schrittweise Öffnung hat die Deutsche Bischofskonferenz heute nach einem Gespräch im Bundesministerium des Inneren veröffentlicht. Demnach habe der Sonntagsgottesdienst erste Priorität. Gottesdienste würden dabei vornehmlich in den Hauptschiffen der Kirchen gefeiert; außerdem sprechen die Bischöfe von einer Zugangsbeschränkung, die den notwendigen Abstand zwischen den Teilnehmenden garantiere, etwa in Form von markierten Plätzen oder Platzkarten. Familie würden dabei nicht getrennt, einen vorübergehenden Ausschluss bestimmter Personengruppen lehnt die Bischofskonferenz zudem ab. Auch zu Gottesdiensten anlässlich besonderer Anlässe wie etwa Taufen, Erstkommunionfeiern oder Firmungen äußert sich die Bischofskonferenz. Nähere Informationen dazu gibt es bei der Deutschen Bischofskonferenz.

In seiner Regierungserklärung vor dem Bayerischen Landtag äußerte Ministerpräsident Markus Söder sich zu diesem Thema. Mit einer Öffnung der Gottesdienstfeiern würden Auflagen wie Begrenzungen und Hygienekonzepte verbunden sein. Söder räumte ein, dass es an Ostern für viele sehr schmerzlich gewesen sei, keinen Gottesdienst unmittelbar zu erleben. Zugleich zollte er Dank und Anerkennung den Kirchen für alles, was im Digitalen als Ersatz angeboten worden sei. Er gebe zu, an Ostern mehr Gottesdienste digital verfolgt zu haben, als er sonst wahrscheinlich selbst besucht hätte. Trotzdem sei dies kein Dauerzustand.