Psychologische Beratungsstelle (EFL)

Beratertagung zum Umgang mit psychischen Erkrankungen: Achtzig Mitarbeiter im Haus St. Ulrich

Die Teilnehmer/-innen der Beratertagung: Seit gestern beschäftigen sie sich mit Herausforderungen in ihrem Arbeitsfeld. (Foto: Maria Steber / pba).
30.03.2017 16:01

Augsburg (pba). Rund achtzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Psychologischen Beratungsstellen im Bistum Augsburg beschäftigten sich seit gestern im Haus St. Ulrich mit Themen und Herausforderungen in ihrem täglichen Arbeitsfeld. Die Beratertage finden seit vergangenem Jahr im jährlichen Rhythmus unter verschiedenen Themenstellungen statt. In diesem Jahr lautet das Thema: „Umgang mit psychischen Erkrankungen“. 

„In der täglichen Beratungsarbeit und in den Fallbesprechungen stellen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermehrt fest, dass die Beratungssuchenden zunehmend hoch belastet sind und mit komplexen Störungsbildern zu uns kommen“, erklärt Helga Kramer-Niederhauser, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen. „Die Anforderungen nehmen zu“ und gerade bei psychischen Erkrankungen gelte es oft zu klären, wann Beratung effektiv sei, wo die Grenzen der Beratungsarbeit liegen und wann Fachärzte und Psychotherapeuten miteinbezogen werden müssten, so Kramer-Niederhauser.  

Dieses Problem griff auch Seelsorgeamtsleiter Prälat Dr. Bertram Meier in seiner Begrüßung auf. Er wies die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Trennung zwischen pastoralem Dienst und psychischer Beratung hin: „Ich wünsche Ihnen die Gabe der Unterscheidung: viel Spürsinn, ein aufmerksames Herz, die Gabe des guten Wortes“, so der Prälat.

Einen wichtigen Teil der zweitägigen Veranstaltung bildete das Referat von Prof. Dr. Christian Rösler von der Katholischen Hochschule Freiburg. Er stellte in seinem Vortrag die Ergebnisse einer bundesweiten Evaluationsstudie vor. Untersucht wurde die Effektivität der Paarberatung in katholischer Trägerschaft. Wie Professor Dr. Rösler in seinem Vortrag feststellte, konnte die auf fünf Jahre angelegte Studie die Wirksamkeit der Paarberatung nachweisen. Ehe- und Paarberatung trage dazu bei, dass sich weniger Paare trennen und scheiden, so das zusammenfassende Ergebnis der Untersuchung. Auch die Ehe-, Familien-, und Lebensberatung Augsburg war an der Analyse beteiligt. 

In einem zweiten Vortrag referierte Dr. Martin Schmidt, Akademischer Direktor der Forschungs- und Praxisstelle Paar- und Familientherapie an der Universität in München. Er sprach zum Thema „Psychische Krankheiten und Paarberatung/-therapie in der EFL?“. Er zeigte auf, wo Grenzen der Beratung liegen und welche Kooperationspartner miteinbezogen werden müssten, damit Beratung gelingen kann.

Während der Beratertage wurden vier Mitarbeiter/-innen in feierlicher Runde aus ihrem Dienst verabschiedet:

  • Brigitte Aichinger (Beratungsstelle Neu-Ulm: 25 Jahre im Dienst)
  • Elfriede Bschorr (Beratungsstelle Donauwörth/Außenstelle Dillingen: 13 Jahre im Dienst)
  • Peter Kranzer (Beratungsstelle Donauwörth/Außenstelle Dillingen: 13 Jahre im Dienst)
  • Ulrich Wilhelm (Beratungsstelle Augsburg: 4 Jahre im Dienst)

 

Die Psychologische Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen ist im Bistum Augsburg an 25 verschiedenen Standorten vertreten. Rund 6.500 Menschen finden dort jährlich eine kompetente Beratung bei der Bewältigung von Krisen und Konflikten, Trennung und Scheidung sowie bei Fragen der Partnerschaft.