Ulrichsbasilika

Besuch „ad limina patronorum“

07.03.2020 11:56

In den Wochen vor seiner Bischofsweihe möchte Prälat Meier mit den Gläubigen im Bistum ins Gespräch kommen. So war er bereits zu Gast in St. Peter in Dillingen, der zweiten Kathedrale unseres Bistums. Am kommenden Mittwoch, 11. März, wird er Kempten-St. Lorenz besuchen. Und gestern Abend war er zum Gebet an den Gräbern unserer Bistumspatrone, „ad limina patronorum“.

Basilikapfarrer Christoph Hänsler (links) und Prälat Bertram Meier beim gemeinsamen Gebet am Grab des heiligen Ulrich. (Foto: Karin Demartin)

Bischöfe müssen in regelmäßigen Abständen an den Gräbern der Apostel, „ad limina apostolorum“, erscheinen und dem Papst und seinen Mitarbeitern einen Besuch abstatten. „Wir machen es etwas kleiner, ich bin heute hier in die Ulrichsbasilika gekommen – ,ad limina patronorum‘, könnten wir es nennen“, richtete sich Prälat Meier an die Priester des Dekanats Augsburg I, an die Ordenschristen und die mehrere hundert Gläubigen, die zum Gottesdienst nach St. Ulrich und Afra gekommen waren. Für Stadtpfarrer Christoph Hänsler war es deshalb eine große Freude, den ernannten Bischof von Augsburg in der Basilika zum Gottesdienst zu begrüßen. „Wir freuen uns sehr über diesen Besuch an den Gräbern unserer Bistumspatrone, die hier in der Basilika ihre Grablege gefunden haben.“

Prälat Meier erzählte während seiner Predigt von einer Spruchkarte auf seinem Schreibtisch, die ihm sehr viel bedeute. Sie laute: „Den schönsten Liebesbrief der Weltgeschichte hat Gott selbst geschrieben.“ Dieser Liebesbrief sei in Jesus Christus sehr konkret geworden und warte auf unsere Antwort. „Ich danke Ihnen allen, wenn Sie durch Ihr Leben Antwort geben. Wir nennen das Berufung.“ Jede und jeder habe eine besondere Berufung. Nicht nur Ordensleute, Priester und Diakone, „sondern Sie alle, in welcher Lebensform auch immer. Wichtig ist nur, dass Sie darin Jesu Fußspuren suchen und ihnen nachgehen“.

Auch er selbst habe Ende Januar sozusagen einen solchen Liebesbrief von Papst Franziskus bekommen – in Form seiner Ernennung zum Bischof von Augsburg. Er habe dazu ohne Bedenkzeit Ja gesagt, auch wenn das für ihn in Zukunft kein Spaziergang sei. Aber er wisse sich getragen vom Rückenwind vieler Frauen und Männer, getragen von den engsten Mitarbeitern, von Priestern und Diakonen, „aber auch von vielen Laien, ohne die wir als Geistliche einpacken könnten“, richtete sich unser künftiger Bischof an die Gottesdienstbesucher. Zu ihnen zählten auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bischöflichen Seelsorgeamts und des Hauses Sankt Ulrich, von denen er sich gestern zugleich verabschiedete.

„Und so wünsche ich mir, dass Sie auch Ihre eigene Verantwortung immer mehr entdecken und wahrnehmen. Nur gemeinsam sind wir stark in der Diözese Augsburg, in unseren Gemeinden, in einer Gesellschaft, die immer vielstimmiger wird“, so Prälat Meier. „Ihr seid Christi Visitenkarte und wer Euch trifft der soll merken, dass er eine gute Adresse hat.“  

Eine solche Visitenkarte sind auch unsere Bistumsheiligen. Als 62. Nachfolger des heiligen Ulrich betete er am Ende des Gottesdienstes in der Krypta an dessen Grablege. Er würdigte gestern zudem den „Mutterboden des Glaubens“, den die heilige Afra hinterlassen habe, und auch die Spuren, die der heilige Bischof Simpert für uns gelegt habe.