Nachgefragt

15.10.2014 11:43

Augsburg (pba).Der Bischöfliche Hilfsfonds Pro Vita greift schwangeren Frauen und jungen Familien unter die Arme, die sich durch die Geburt ihres Kindes in finanziellen Notlagen befinden. In diesem Jahr blickt er auf sein 15-jähriges Bestehen zurück. Dietmar Bauer, Bereichsleiter Soziales im Caritasverband für die Diözese Augsburg, entscheidet als Geschäftsführer des Bewilligungsausschusses der Pro Vita Stiftung über die Vergabe von Mitteln an Bedürftige mit. Maria Steber von der Bischöflichen Pressestelle hat mit ihm darüber gesprochen:

Herr Bauer, wenn Sie auf die vergangenen Jahre zurückblicken, was hat sich im Laufe der Jahre verändert?
Über die Jahre gesehen waren es immer die großen gesellschaftlichen Veränderungen, die sich im Kleinen bei den Familien - besonders jenen mit mehreren Kindern oder einem allein erziehenden Elternteil - widerspiegeln. Die Geburt eines Kindes birgt in unserem Land Risiken. Daran hat sich aus meiner Wahrnehmung nicht wirklich etwas verändert. Wo sich in den vorhandenen Sicherungssystemen Lücken auftun, ist der Bischöfliche Hilfsfonds Pro Vita eine zuverlässige Hilfe. Er ermöglicht den Beraterinnen in den Schwangerenberatungsstellen des SkF, schwangeren Frauen und jungen Familien in Notsituationen unmittelbare, zeitnahe und unbürokratische Unterstützung zukommen zu lassen.

Nach welchen Kriterien entscheiden Sie über die Mittelvergabe?
Hier gibt uns die Satzung klare Richtungsanzeigen vor, die der Bewilligungsausschuss zu beachten hat. Stiftungsmittel können beispielsweise nur ausgereicht werden, wenn bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Darüber hinaus gilt das Prinzip der Nachrangigkeit gegenüber Leistungen Dritter, wie etwa Mittel aus der Landesstiftung für Mutter und Kind oder andere Sozialleistungen.

Derzeit sind vor allem Flüchtlingsfamilien auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Sind auch Sie von dem Thema betroffen?
Die Pro Vita Stiftung steht schwangeren Frauen und jungen Familien offen, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Diözese Augsburg haben - ohne Ansehen von Nationalität, Religion oder Hautfarbe. In den letzten beiden Jahren ist parallel zu den steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland auch die Zahl der Hilfegesuche von Flüchtlingsfamilien deutlich gestiegen. Der Bischöfliche Hilfsfonds ist da für die schwangeren Frauen und deren Familien oftmals die einzige Möglichkeit, konkrete finanzielle Unterstützung, zum Beispiel für Schwangerschaftsbekleidung oder Babyausstattung, zu erhalten. Ich finde, dass die Kirche von Augsburg hier einen ganz hervorragenden Beitrag in ihrem Engagement für Menschen auf der Flucht leistet.

In den vergangenen 15 Jahren konnten durch den Hilfsfonds fast fünf Millionen Euro für die Unterstützung von Frauen und Familien in Notlagen verwendet werden. Aus welchen Mitteln trägt sich der Bischöfliche Hilfsfonds?
Fünf Millionen Euro sind eine gewaltige Summe, die sich einerseits aus den Zuwendungen und Zustiftungen vieler Spenderinnen und Spender speist, die die Anliegen für das Leben mittragen und ganz konkret etwas zur Verbesserung der Lebenssituation der Betroffenen beitragen möchten. Zum anderen steuert auch die Diözese Augsburg einen erheblichen Anteil der jährlich zur Verfügung stehenden Mittel aus ihrem Haushalt bei. Und dann sind da noch die Erträge aus der Stiftung selbst zu nennen.

Wenn ich spenden möchte, was muss ich tun?
Der Bischöfliche Hilfsfonds hat dafür ein eigenes Konto eingerichtet. Unter den folgenden Kontodaten können Spenden oder Zustiftungen an den Hilfsfonds direkt überwiesen werden.
Bischöflicher Hilfsfonds Pro Vita

Liga Bank Augsburg
BLZ 750 903 00
Konto 193 909
IBAN DE82 750 903 00 0000 193 909
BIC GENODEF1M05

Aus Anlass des 15-jährigen Jubiläums findet am Kirchweihsonntag, 19. Oktober, um 19 Uhr in der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg ein Benefizkonzert für den Hilfsfonds statt. Das Polizeiorchester Bayern unter der Leitung von Prof. Johann Mösenbichler und Kirchenmusiker Peter Bader an der Ulrichsorgel präsentieren ein abwechslungsreiches Programm. Neben Stücken von Johann Sebastian Bach, Claude Debussy und Louis Vierne steht die große Orgelsymphonie von Camille Saint-Saëns im Zentrum des Abends. Schirmherr des Konzerts ist Bischof Dr. Konrad Zdarsa, der ein Grußwort sprechen wird.