Bistumsgeschichte

Bischöflicher Segen: Neues Archiv des Bistums Augsburg seiner offiziellen Bestimmung übergeben

Bischof Konrad bei der Segnung des Archiv-Magazins. (Fotos: Maria Steber/Pressestelle Bistum Augsburg)
18.10.2016 16:57

Augsburg (pba). Bischof Dr. Konrad Zdarsa hat heute das neue Archiv des Bistums Augsburg gesegnet und somit seiner offiziellen Bestimmung übergeben. Das Magazin des Archivs war seit Frühjahr 2014 in die Augsburger Stadtpfarrkirche St. Joseph im Stadtteil Oberhausen eingebaut worden. Außerdem ist an der Stelle des früheren Pfarrhauses ein neues Verwaltungsgebäude entstanden. Sein Segen gelte nicht nur dem Gebäude, sondern allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Archivs und allen, die darin arbeiten und es nutzen. „Und das sind wir alle, die ganze Diözese“, betonte Bischof Konrad während der Feierstunde.

Auf diesen bistumsweiten Aspekt hat heute auch Generalvikar Harald Heinrich bei der Begrüßung der Gäste hingewiesen. Das Archiv sei das Gedächtnis der Kirche von Augsburg, es diene der transparenten und rechtssicheren Verwaltung des Bistums. Es leiste einen wichtigen Beitrag, das Zeugnis der christlichen Tradition unseres Landes zu erhalten.

Während der Feierstunde blickte Finanzdirektor Dr. Klaus Donaubauer auf die Entstehungsgeschichte des Bauvorhabens zurück. Er betonte, die Diözese sei bei der Suche nach einem geeigneten Standort für das Archiv auf die Bereitschaft der Pfarrei getroffen, das Kirchenschiff hierfür zur Verfügung zu stellen. Die Pfarrei sei damit von einer erheblichen Baulast für das denkmalgeschützte Gebäude befreit worden, so Dr. Donaubauer. Der frühere Chorbereich der Stadtpfarrkirche St. Joseph war 2012 im Vorfeld der Arbeiten für das Archiv als eigenständig nutzbarer Sakralraum abgetrennt worden, nachdem die Zahl der Katholiken in Oberhausen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen und die bisherige Kirche zu groß geworden war.

Besonders erfreut und dankbar bei allen Beteiligten zeigte sich der Finanzdirektor heute darüber, dass bei den Arbeiten für das Archiv sowohl die veranschlagten Kosten in Höhe von 14,5 Millionen Euro als auch die Terminplanung eingehalten werden konnten. Das Bistumsarchiv war am bisherigen Standort am Augsburger Hafnerberg an seinen Kapazitätsgrenzen angelangt. Dort standen nur elf Kilometer an Regalfläche zur Verfügung. Jetzt sind es rund 21 Kilometer; es wird damit gerechnet, dass somit der Platzbedarf für die kommenden 30 Jahre abgedeckt ist.

Für die Planung des Archivs verantwortlich war Architekt Rainer Heuberger. Wie er heute betonte, sei es bei dem Projekt darum gegangen, vier unterschiedliche Nutzungen in sich aufzunehmen: die Werktagskirche, das Archivmagazin, den Bereich für die öffentliche Nutzung und die Archivverwaltung. Insgesamt stehen nun im Magazin auf fünf Ebenen 3.100 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung, im Verwaltungsgebäude seien es 1.700 Quadratmeter. Wie der Architekt weiter betonte, seien an dem Bauprojekt 12 Ingenieurbüros sowie 38 Baufirmen mit insgesamt 200 Mitarbeitern beteiligt gewesen. Somit sei mit dem Bau des Archivs auch für das Auskommen vieler Menschen gesorgt worden.

 

(v.l.) Archivleiter Dr. Erwin Naimer, Bischof Dr. Konrad Zdarsa, Finanzdirektor Dr. Klaus Donaubauer, Generalvikar Harald Heinrich, Architekt Rainer Heuberger.

 

Nach diesen Worten von Dr. Donaubauer und Architekt Heuberger war es für Archivleiter Dr. Erwin Naimer an der Zeit, auch offiziell den Schlüssel für das neue Archiv zu übernehmen. Er nutzte den heutigen Tag auch, um seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Mithilfe beim Umzug des Archivs zu danken. „Elf Kilometer Akten so hinzustellen, dass man alles wiederfindet, ist schon eine Aufgabe“, sagte Naimer.

Den Abschluss der Feierstunde bildeten zwei Grußworte. Für die Stadt Augsburg stellte Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer dabei auf den Beitrag ab, den das Bistum mit dem Archiv für den Wissenschaftsstandort Augsburg leistet. Außerdem hob er die städtebauliche Bedeutung für den Stadtteil Oberhausen hervor. Es sei eine „Wertschätzung für den Stadtteil, wenn so eine wichtige Institution wie das Archiv dort steht.“ Das Archiv diene aber auch der Völkerverständigung. So habe der britische Außenminister Boris Johnson vor einiger Zeit mit Hilfe des Bistumsarchivs Ahnenforschung betrieben.

Für die Bundeskonferenz Kirchlicher Archive betonte Dr. Clemens Brodkorb, ein Archiv sei ein Dienstleister für die Geschichtsforschung. Es sei heute nicht mehr selbstverständlich, dass Kirche in Kulturgüter investiere und dabei auch Kirchenbauten erhalte. Er könne dem Bistum Augsburg zu diesem „eindrucksvollen Neubau“ nur gratulieren. Er würdigte dies als visionäre Entscheidung.

Link zum Archiv des Bistums Augsburg