Italienische Katholische Mission

"Per crucem ad lucem": Bischof Bertram segnet Kreuzweg

11.04.2021 14:17

Bischof Bertram hat am Sonntag die Italienische Katholische Mission im Augsburger Kobelweg besucht. Nach einem Gottesdienst segnete er dort ein Banner sowie einen neu errichteten Kreuzweg. In seiner Predigt sprach er vom Kreuz als Weg, der hin zum Licht der Osterkerze führt.

Durch den Besuch der italienischen Gemeinde am Weißen Sonntag wollte Bischof Bertram zeigen, dass die katholische Kirche sind nicht auf eine Sprache, Kultur oder Nation beschränkt, sondern ein „global player“ ist: „Rom, das Zentrum der Kirche, liegt in Italien. Es war für mich ein großes Privileg, jahrelang in Rom studiert, gearbeitet und vor allem gelebt zu haben.“

Der Bischof erinnerte an zwei „veri amici“ (wahre Freunde), die als Seelsorger für die Italiener im Bistum Augsburg gewirkt haben: an Don Andrea Gozio, der vor neun Jahren verstarb und vorher fast zwei Jahrzehnte die italienische Mission in Augsburg und Umgebung leitete. Zugleich blickte er mit den Gläubigen voll Dankbarkeit auf Don Giuseppe Gilberti, der 38 Jahre lang als Pfarrer für die italienische Mission in Ulm/Neu-Ulm zuständig war und erst vor wenigen Wochen in seiner Heimat Brescia verstarb: „Mit den beiden beim Italiener einzukehren und sich auszutauschen, war für mich immer eine Bereicherung.“

Bischof Bertram zu Besuch in der Italienischen Katholischen Mission Augsburg (Fotos: Annette Zoepf / pba)

Eine bleibende Spur habe Don Giuseppe hinterlassen, indem er einen lebendigen Kreuzweg organisierte, der jedes Jahr – außer in Corona-Zeiten - am Karfreitag Tausende von italienischen und deutschen Gläubigen auf dem Neu-Ulmer Rathausplatz versammelt, um dann über die Donau zum Ulmer Münsterplatz zu ziehen. Bischof Bertram, der selbst zum 20. Jubiläum dieses lebendigen Kreuzwegs im Jahre 2013 als ehemaliger Stadtpfarrer zu den Ehrengästen in Neu-Ulm zählte, fand es eine schöne Fügung, nun einen Kreuzweg als Kunstwerk für die Augsburger italienische Gemeinde segnen zu dürfen.

In seiner auf Italienisch gehaltenen Predigt erinnerte der Bischof an eine geistliche Regel, die sagt: „per crucem ad lucem“; durch das Kreuz zum Licht. Die Via crucis wird zu einem Weg ins Licht, das von der Osterkerze ausstrahlt. Wir alle hätten Kreuze zu tragen: Ängste und Sorgen, Trennung und Arbeitslosigkeit, Krankheit und Leiden, Einsamkeit und Verlust, Sterben und Tod: „Gerade die Corona-Zeiten machen uns bewusst, dass unser Leben kein Spaziergang ist, sondern oft ein mühsamer Kreuzweg.“ Der Bischof zeigte sich solidarisch mit den italienischen Familien, die ihre Freunde und Angehörigen allein haben leiden und sterben sehen müssen. Er tröstete sie mit den Worten: „Wenn kein Mensch uns zur Seite steht, Einer geht mit – Jesus, der Gekreuzigte und Auferstandene.“ Bischof Bertram sprach den Menschen Mut zu und betonte, dass Kreuz und Auferstehung eng miteinander verbunden sind: „Mögt Ihr die Erfahrung machen: Jesus, der mein Leben durchkreuzt hat, Er hat mein Kreuz belebt.“