Am 28. Juni werden sie zu Priestern geweiht (v.links): Richard Hörmann, Bruder Michael Sommer, Marco Leonhart und Ludwig Bolkart. (Foto: Nicolas Schnall / pba)
Priesterweihe

Bischof Bertram weiht vier Diakone zu Priestern

16.06.2020 11:06

Augsburg (pba). Bischof Dr. Bertram Meier wird am Sonntag, 28. Juni vier Diakone aus dem Bistum Augsburg zu Priestern weihen: Drei Männer aus dem Priesterseminar St. Hieronymus in Augsburg und einen Ordensbruder der „Missionare vom Kostbaren Blut“.

In einem feierlichen Pontifikalgottesdienst um 14.30 Uhr im Hohen Dom zu Augsburg werden Ludwig Bolkart aus Weißenhorn, Richard Hörmann aus Bad Grönenbach, Marco Leonhart aus Pforzen und Bruder Michael Sommer (CPPS) aus Illerrieden das Sakrament der Priesterweihe empfangen. Aufgrund der Corona-Pandemie können nur geladene Gäste an der Messe teilnehmen. Gläubige werden gebeten, die Priesterweihe über Livestream im Internet auf www.katholisch1.tv, www.bistum-augsburg.de und www.facebook.com/bistumaugsburg mitzufeiern.

Anhand der folgenden Interviews werden die vier Kandidaten vorgestellt. Aufgrund der Corona-Pandemie können zu Ort und Zeitpunkt der Primizen wie Nachprimizen keine Angaben gemacht werden.

Bereits am vergangenen Wochenende wurde David Hilus aus Augsburg in Berlin zum Priester geweiht. Er gehört dem neokatechumenalen Weg an und trat 2010 in das Priesterseminar Redemptoris Mater in Berlin-Biesdorf ein.  

 

Foto: Daniel Jäckel / pba

Ludwig Bolkart (30)

Heimatpfarrei: Mariä Himmelfahrt, Weißenhorn
Schulbildung/Abitur: Mittlere Reife, Kolleg St. Matthias in Waldram
Berufsausbildung: Industriemechaniker
Studium: Kath. Theologie in Augsburg und Mailand
Pastoralpraktikum: Pfarrei St. Lorenz, Kempten
Primizspruch: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht!“ (Röm 1,16)

 

Wie und wann haben Sie Ihre Berufung zum Priester gespürt?

Ein genaues Datum kann ich dafür nicht festmachen. Es gab im Laufe meines Lebens mehrere Momente und Situationen in denen ich mir gedacht habe, dass der Beruf des Priesters auch etwas für mich wäre. Dabei stellte sich die Frage, ob ich dazu berufen bin oder es nur ein persönlicher Wunsch ist. Besonders einschneidend war dabei meine Tätigkeit als Seelsorger auf der Palliativstation des Weißenhorner Krankenhauses während meines Studiums: Hier durfte ich erfahren, dass ich als geistlicher Mensch gebraucht werde.

Worauf legen Sie bei Ihrer Arbeit in den Pfarreien besonderen Wert? Welche Schwerpunkte möchten Sie in Zukunft setzen?

Besonderen Wert lege ich darauf, dass ich Menschen auf ihrem Lebens- und Glaubensweg in allen Lebenslagen begleiten darf. Wichtig ist mir dabei, dass der zu Begleitende auf seinem Weg zu Gott mit all seinen Fähigkeiten im Zentrum der Seelsorge steht und nicht ich als Seelsorger mit meinem eigenen Wunschdenken. Als Priester versuche ich als Schwerpunkt anzustreben: Ein Diener Gottes und ein Freund der Menschen zu sein.

Sie haben folgenden Primizspruch gewählt: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht“ (Röm 1,16). Welche Bedeutung hat dieser Spruch für Sie und Ihre Berufung?

Der Spruch bedeutet für mich, dass ich mich nicht dafür schäme, den Weg der Nachfolge Jesu gehen und mein Leben nach den Weisungen des Evangeliums ausrichten zu wollen. Denn das Evangelium ist nicht nur ein schönes Regelwerk für ein gutes Miteinander, sondern es hat einen inneren Wesenskern: die Barmherzigkeit Gottes zu uns Menschen. Als Priester darf ich diese Botschaft zu den Menschen bringen.

 

 

Foto: Daniel Jäckel / pba

Richard Hörmann (28)

Heimatpfarrei: St. Philippus und Jakobus, Bad Grönenbach
Studium: Kath. Theologie in Augsburg und Münster
Pastorales Praktikum: Pfarreiengemeinschaft Nördlingen – St. Salvator
Primizspruch: „Christus gestern, Christus heute, Christus in Ewigkeit“ (Hebr. 13,8)

 

Wie und wann haben Sie Ihre Berufung zum Priester gespürt?

Das war natürlich ein längerer Prozess, wobei ich den Ruf nun seit langer Zeit deutlich Tag für Tag spüre. Dies hat mich in meiner Entscheidung so bestärkt, dass ich den Schritt letztlich gewagt habe.

Worauf legen Sie bei Ihrer Arbeit in den Pfarreien besonderen Wert? Welche Schwerpunkte möchten Sie in Zukunft setzen?

Die Herausforderungen in den Pfarreiengemeinschaften sind groß. Ich will sie geistlich angehen. Das heißt zunächst einmal mein eigenes Leben jeden Tag neu vor Gott zu bringen. Aus dieser lebendigen Beziehung heraus möchte ich in die Begegnungen mit den Menschen gehen sowie erkennen, was heute gefragt ist und getan werden soll.

Sie haben folgenden Primizspruch gewählt: „Christus gestern, Christus heute, Christus in Ewigkeit" (Hebr. 13,8). Welche Bedeutung hat dieser Spruch für Sie und Ihre Berufung?

Christus ist die Mitte meiner Berufung und nur von ihm her kann sie Bestand haben. Ich verstehe das Bibelwort auch biographisch: Auf ganz unterschiedliche Art und Weise hat Christus in der Vergangenheit, wie auch in der Gegenwart mein Leben geprägt. Mit ihm will ich nun auch in die Zukunft gehen.

 

Foto: Daniel Jäckel / pba

Marco Leonhart (46)

Heimatpfarrei: St. Valentin, Pforzen
Schulbildung: Mittlere Reife
Berufsausbildung/-tätigkeit: mittlerer Polizeivollzugsdienst; Polizeibeamter
Studium: Studienseminar St. Lambert in Lantershofen
Pastorales Praktikum: Pfarreiengemeinschaft Wallerstein – St. Alban; Pfarrei St. Elisabeth Augsburg
Primizspruch: „Dein Wille geschehe.“ (Mt 6,10)

 

Wie und wann haben Sie Ihre Berufung zum Priester gespürt?

Meiner Berufung ging ein langer Weg der Suche voraus. Obwohl ich in meinem vorigen Beruf als Polizeibeamter sehr zufrieden war, hatte ich eine Sehnsucht in mir, die ich anfangs nicht einordnen konnte. Durch verschiedenste kirchliche Angebote konnte meine Berufung reifen und so entschloss ich mich, meinen Beruf aufzugeben und in das Priesterseminar in Augsburg einzutreten. Ich habe in dieser Zeit immer wieder die Erfahrung machen dürfen, dass Gott da ist und meinen neu eingeschlagenen Lebensweg begleitet.

Worauf legen Sie bei Ihrer Arbeit in den Pfarreien besonderen Wert? Welche Schwerpunkte möchten Sie in Zukunft setzen?

Mir ist es wichtig, für die Anliegen und Bedürfnisse der Menschen ansprechbar zu sein. Ich möchte meine Begeisterung und Freude mit und über Gott mit den Menschen teilen und sie auf ihrem Glaubensweg begleiten. Dabei möchte ich besonders auch mit Menschen ins Gespräch kommen, die keine Anbindung an die Pfarrei haben.

Sie haben folgenden Primizspruch gewählt: „Dein Wille geschehe“ (Mt 6, 10). Welche Bedeutung hat dieser Spruch für Sie und Ihre Berufung?

Es ist der Kern dessen, was ich von Gott verstanden habe. Im Laufe meiner Ausbildungszeit habe ich immer mehr erkannt, dass es das Beste ist, was jedem Menschen passieren kann, wenn Gottes Wille in seinem Leben geschieht. Aber damit sich diese Vater-Unser-Bitte vollziehen kann, muss ich ihm bei all meinen gut gemeinten Absichten und Plänen eine Türe offen lassen. Nur dann kann Gott mich führen, an mir handeln und mich immer mehr in seine Liebe und in seinen göttlichen Heilswillen mit hineinnehmen.

 

 

Foto: Nicolas Schnall / pba

Bruder Michael Sommer (CPPS) (49)

Heimatpfarrei: Heilig-Kreuz, Illerrieden
Berufsausbildung/-tätigkeit: Stahlbetonbauer
Studium: Magisterabschluss an der Phil.-Theol. Hochschule Heiligenkreuz
Pastorales Praktikum: Pfarreiengemeinschaft Dinkelscherben
Primizspruch: „Jesus denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ (Lk 23,42)

 

Wie und wann haben Sie Ihre Berufung zum Priester gespürt?

Die Frage Priester zu werden wurde für mich 1998/99 relevant. Nämlich als drei verschiedene Priester mich fragten, ob ich mir dies vorstellen könnte. Meine erste Reaktion darauf war ein kategorisches Nein. Ich konnte mir zunächst einfach nicht vorstellen, ein Studium der Theologie erfolgreich abzuschließen. Die Berufungsfrage ließ mich aber seitdem nicht mehr los und in meinem Herzen wuchs der Wunsch danach immer mehr. So habe ich mich auf dieses Abenteuer mit Gott eingelassen. Hinter mir liegt heute ein mehr als zwanzigjähriger Berufungsweg.

Worauf legen Sie bei Ihrer Arbeit in den Pfarreien besonderen Wert? Welche Schwerpunkte möchten Sie in Zukunft setzen?

Für mich als Missionar vom Kostbaren Blut ist es wichtig, mich als Lernender zu verstehen. Ich möchte in allen Aufgabenbereichen der Pfarreiengemeinschaft Dinkelscherben Erfahrungen sammeln und die Spiritualität des Kostbaren Blutes einfließen lassen. Daher sind für mich die Vergebung und Versöhnung große Anliegen, für die ich mich einsetzen werde.

Sie haben folgenden Primizspruch gewählt: „Jesus denk an mich, wenn du in dein Reich kommst“ (Lk 23,42). Welche Bedeutung hat dieser Spruch für Sie und Ihre Berufung?

Seit etwa zwei Jahren ist mir dieser Vers vom Lukasevangelium ans Herz gewachsen. Er drückt für mich die barmherzige Liebe des Gottessohnes aus. Nicht nur für mich, sondern für alle, die sich der Liebe Gottes nicht verschließen.