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Bistumspatrone

Bischof Dr. Konrad Zdarsa zum Ulrichfest: „Die Heiligen lenken unseren Blick auf den Himmel“

Während seiner Predigt ging Bischof Konrad auch auf das Motto der diesjährigen Ulrichswoche ein: Wie im Himmel, so auf Erden (Foto: Annette Zoepf/pba)
Während seiner Predigt ging Bischof Konrad auch auf das Motto der diesjährigen Ulrichswoche ein: Wie im Himmel, so auf Erden (Foto: Annette Zoepf/pba)
04.07.2018

Augsburg, 04.07.2018 (pba). Bischof Dr. Konrad Zdarsa hat heute während des Pontifikalamts zum Hochfest des heiligen Ulrich dazu eingeladen, unseren Blick auf das Leben der Heiligen zu richten. „Die Heiligen, der heilige Ulrich, unsere Bistumsheiligen, lenken unseren Blick auf den Himmel und zugleich darauf, was das für unseren konkreten irdischen Alltag und unseren konkreten Umgang miteinander bedeutet“, richtete sich Bischof Konrad während des Gottesdienstes in der Basilika Sankt Ulrich und Afra an die zahlreichen Gläubigen, die aus verschiedenen Dekanaten des Bistums nach Augsburg gepilgert waren. Möge das Leben des heiligen Ulrich nun schon mehr als ein Jahrtausend zurückliegen, biete uns seine Biographie nach wie vor eine schier unerschöpfliche Fülle für den Erweis des untrennbaren Zusammenhangs von wirksamer Tatkraft und geistlicher Motivation.

Der Bistumspatron habe nicht nur die Stadt Augsburg befestigt und Kirchen nach den Verheerungen der Ungarneinfälle wieder aufbauen lassen. Er habe auch den Dom und die Domschule errichtet und mehrere Klöster gegründet. „Als Bischof und Reichsfürst, aber auch als Vertrauter von weltlichen Herrschern leistete er sowohl dem Reich wie der Kirche wertvollen Dienst mit Rat und Tat“, unterstrich Bischof Konrad. Für uns heute könne dies bedeuten, „Menschen in eine lebendige Beziehung zu unserem Herrn Jesus Christus zu bringen“, so Bischof Konrad. Er bezog dies auch auf die, wie er sie bezeichnete, „sogenannte Flüchtlingskrise“. Es mögen nicht allzu viele sein, die sie auch als eine Chance verstehen, sagte er. „Aber an einen jeden von uns ist zu allen Zeiten und unter allen Umständen die Frage gerichtet, ob wir die Bereitschaft und den Willen und nicht weniger überhaupt das Wissen und die geistliche Kraft haben, den Menschen, die nicht aus unserem christlichen Kulturkreis kommen, Auskunft über unseren Glauben zu geben und die Hoffnung, die uns beseelt.“

Bischof Konrad spannte dabei auch einen Bogen zum Motto der diesjährigen Ulrichswoche: „Wie im Himmel, so auf Erden.“ Als Ganzes laute diese Bitte aus dem Vater Unser: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ Die Liebe, von der Jesus zu uns im Evangelium spreche, habe ihren Ursprung in der Liebe, mit der Gott seinen Sohn liebe. Wenn nun aber unser Herr Jesus Christus diese Liebe zum Gebot auch hier auf Erden mache, „dann müssen wir uns schon einmal als Bistum, als Pfarreiengemeinschaft aber auch ganz persönlich fragen, ob und wie wir in den vergangenen Jahren in unserer Nähe zu Gott und in der lebendigen Beziehung zu unserem Herrn Jesus Christus vorangekommen sind.“ Denn das sei doch nicht nur der Sinn und das Ziel unseres bischöflichen und priesterlichen Wirkens, sondern unserer gesamten Glaubensverkündigung: „Dass der Wille unseres himmlischen Vaters geschehe und wir mit allen Heiligen an das Ziel unserer ewigen Bestimmung gelangen.“

Beim heutigen Gottesdienst brachten die Domsingknaben begleitet vom Domorchester unter der Leitung von Domkapellmeister Reinhard Kammler die Missa G-Dur Sancti Nicolai von Joseph Haydn zu Gehör. Das Spiel an der Orgel übernahm Domorganistin Claudia Waßner. Feierlich eröffnet wurde die Ulrichswoche bereits gestern Abend im Rahmen einer Pontifikalvesper mit der Erhebung des Ulrichsschreins. Dabei waren neben der Schola der Domsingknaben auch die Ulrichsbläser unter Leitung von Peter Bader zu hören.

Die Ulrichswoche wird noch bis Mittwoch kommender Woche dauern. Bis dahin wird es in der Augsburger Ulrichsbasilika - sowie morgen auch in Nördlingen – zahlreiche Gottesdienste und andere Angebote geben. Ausführliche Informationen hierzu gibt es im Internet unter www.ulrichswoche.de