Hirtenwort zur österlichen Bußzeit

21.02.2015 19:00

Augsburg (pba). Sein Hirtenwort zur österlichen Bußzeit 2015 widmet Bischof Dr. Konrad Zdarsa dem Anliegen des Gebetes um geistliche Berufe. Er stellt es als beispielhaft für das Beten des Christen dar. Das Hirtenwort wird an diesem Wochenende im Bistum Augsburg in allen Gottesdiensten verlesen. „Wir sind Kirche – das ist kein revolutionärer Anspruch von unten, sondern das ist ein Glaubensbekenntnis von uns allen“, betont Bischof Konrad. Deshalb müssten wir uns auch alle fragen, wovon wir uns beim Gebet um geistliche Berufungen leiten lassen. „Etwa von der besorgniserregenden Tatsache, dass heutzutage kaum noch viele junge Männer den Weg ins Priesterseminar finden? Oder von dem Wunsch, dass jede noch so kleine Pfarrei wieder einen eigenen Pfarrer bekommt?“

Bischof Dr. Konrad Zdarsa. (Foto: pba/Bernd Müller)

Es gehe hingegen darum, dass Gott selber von uns gebeten werden wolle. Er sei unser Erlöser und Erneuerer. Es sei deshalb vor allem wichtig, auf Gott zu vertrauen, auf ihn zu hören und uns auf seinen liebenden Willen einzustimmen. Dies setzte voraus, vor Gott im Gebet wirklich still zu werden und von unseren eigenen Gedanken abzulassen. „Ich staune immer wieder, welcher Lärm in manchen Kirchen vor der Feier der Firmung herrscht. Wie soll da jemand vorbereitet werden auf die Gabe Gottes, den Heiligen Geist?“, so die Sorge von Bischof Konrad. Alle Evangelisierung bleibe leer, wenn sie nicht vom Gebet um den Heiligen Geist getragen sei.

Das Gebet um geistliche Berufungen hat für Bischof Konrad aber auch mit der Bereitschaft zu tun, unser Denken zu verändern. Die Zeit des Übergangs, die wir erleben, sei auch eine Zeit des neuen Anbruchs, ist Bischof Konrad überzeugt. „Die Zeit des Übergangs gilt es auszuhalten und zu bestehen, die Zeit des Anbruchs aber dürfen wir annehmen und in Glauben, Hoffnung und Liebe gestalten.“ Gott berufe die Menschen auch zu unserer Zeit. Denn es gehe um die Zukunft der Kirche, des ganzen heiligen Volkes Gottes. „Das sollte unser aller Anliegen sein“, ist Bischof Konrad überzeugt. „Für diese Zukunft, die allein von Gott kommen kann, müssen wir offen bleiben, wachsam sein und beten. Darum brauchen wir die Stille vor Gott und das unablässige vertrauensvolle Gebet“, so Bischof Konrad am Ende seines Hirtenworts.

Das vollständige Hirtenwort finden Sie hier im Wortlaut: