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Hoher Dom

Bischof Konrad weiht am 7. Oktober drei Männer zu Ständigen Diakonen

Die drei künftigen Diakone vor dem Augsburger Dom, wo sie am 7. Oktober geweiht werden. (v.l.) Prof. Dr. Robert Georg Wittmann, Dr. Stefan Wolitz und Artur Waibl. (Foto: Nicolas Schnall / pba).
Die drei künftigen Diakone vor dem Augsburger Dom, wo sie am 7. Oktober geweiht werden. (v.l.) Prof. Dr. Robert Georg Wittmann, Dr. Stefan Wolitz und Artur Waibl. (Foto: Nicolas Schnall / pba).
02.10.2017

Augsburg (pba). Bischof Dr. Konrad Zdarsa weiht am Samstag, 7. Oktober, drei Männer zu Ständigen Diakonen. In einem feierlichen Pontifikalgottesdienst um 9.30 Uhr im Hohen Dom zu Augsburg werden Artur Waibl aus der Pfarrei Herz Jesu in Augsburg, Prof. Dr. Robert Georg Wittmann aus der Pfarrei St. Moritz in Augsburg und Dr. Stefan Wolitz aus der Pfarrei St. Nikolaus in Kutzenhausen die Diakonenweihe empfangen. Künftig werden sie als Diakone mit Zivilberuf in der Pastoral ihrer Pfarrgemeinde tätig sein.

Nach der theologischen Qualifizierung haben die Weihekandidaten die vierjährige berufsbegleitende Ausbildung absolviert. Im Folgenden stellen wir die drei Kandidaten in Kurzporträts vor:

Artur Waibl (49) aus der Pfarrei Herz Jesu in Augsburg ist verheiratet und hat einen 20-jährigen Sohn. Nach seiner Ausbildung zum Kfz-Mechaniker studierte er Fahrzeugtechnik. Seit 1998 arbeitet er als Diplomingenieur in der Entwicklung eines Automobilherstellers. Schon von frühester Kindheit an wurde er tief geprägt durch die Bistumsheiligen und die Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg, wo er auch die Taufe empfangen hatte. Insbesondere die imposante Darstellung des auferstandenen Christus an der Westseite der Basilika habe ihn fasziniert, die er immer mit Freude und Ehrfurcht bestaunt habe. Freude und Ehrfurcht seien für ihn nach wie vor wichtige Glaubenshaltungen geblieben. Gott fühle er sich immer dann am nächsten, wenn er ohne Überlegenheit und ohne durchdachte Strategie, sondern eher mit kindlicher Freude und mit ehrfürchtigem Staunen auf ihn und die Menschen zugehe. „In dieser Haltung hat mich die Beschäftigung mit den Inhalten unseres Glaubens immer fasziniert und dazu angetrieben, in der Kirche aktiv zu sein und meine Überzeugung nach meinen Möglichkeiten im Alltag zu leben sowie mit anderen zu teilen“, erklärt der Fahrzeugtechniker.

 

Prof. Dr. Robert Georg Wittmann (55) aus der Pfarrei St. Moritz in Augsburg ist verheiratet und arbeitet als Professor für Unternehmensführung und Innovationsmanagement an der Technischen Hochschule Ingolstadt. Dieser Beruf bedeute ihm sehr viel: „Ich betrachte es als ein Geschenk, junge Menschen in dieser wichtigen Phase ihres Lebens in ihrer Entwicklung und Orientierung begleiten und fördern zu können.“ Der Glaube habe für ihn bereits von Jugend an eine wichtige Rolle gespielt und sei eine innere Quelle des Lebens und der Kreativität geworden, so Wittmann. Die Lebensgeschichte des heiligen Thomas Morus, der Patron seiner Heimatpfarrei in Neusäß, sei ihm schon früh ein Vorbild gewesen. „Er war ein liebender Familienvater, übernahm als Lordkanzler im Tudor-England gesellschaftliche Verantwortung und war fest im Glauben verwurzelt – bis hin zu seinem Zeugnis als Märtyrer unter Heinrich VIII.“, verdeutlicht der Professor. Seine Entscheidung für den Weg zum Diakon sei auch durch einen schweren Schicksalsschlag, den er und seine Frau erlitten hatten, gefördert worden: den frühen Verlust ihrer beiden Kinder. „Die Zuwendung vieler Menschen und unser Glaube haben uns durch diese schweren Zeiten getragen“, erklärt Wittmann. Dieses einschneidende Erlebnis habe ihn und seine Ehefrau zu einer intensiven Sinnsuche geführt, die neue Perspektiven eröffnet habe. Als Diakon möchte er sich künftig den existenziellen Bedürfnissen der Menschen widmen.

 

Dr. Stefan Wolitz (45) aus der Pfarrei St. Nikolaus in Kutzenhausen ist hauptberuflicher Chorleiter und Schulmusiker. Bereits nach dem Abitur habe er mit dem Gedanken gespielt, Theologie zu studieren, sich dann aber doch für seine zweite Leidenschaft, die Musik, entschieden. Seine beiden Interessen könne er in besonderer Weise als Kirchenmusiker der Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Kutzenhausen verbinden, wo er seit 25 Jahren verwurzelt ist. „Allerdings verstummte in diesen Jahren nie meine ursprüngliche Sehnsucht, Theologie zu studieren. Außerdem entstand allmählich der Wunsch, nachhaltiger in allen Bereichen der christlichen Grundvollzüge, in Diakonie, Gemeinschaft, Liturgie und Verkündigung Dienste ausüben zu können“, erklärt Wolitz seine Entscheidung für den Dienst des Diakons. In den Jahren der Ausbildung habe sich seine Entscheidung, für Gott und für die Menschen dienend tätig sein zu wollen, immer weiter gefestigt. Ein großes Vorbild auf diesem Weg sei ihm stets sein Namenspatron, der heilige Diakon Stephanus, gewesen: Er habe sich auch in den schwierigen Situationen seines Lebens immer seine Treue zu Christus bewahrt. Als Diakon möchte sich Wolitz schwerpunktmäßig in der Krankenpastoral und der Jugendarbeit einbringen. „Auf die neuen Begegnungen mit jungen und älteren Menschen und die damit verbundenen Erfahrungen freue ich mich sehr“, erklärt der Musiker.