Christliches Zeugnis beim Stamm der Gabra in der Halbwüste

Bischof Walter Mixa besuchte Augsburger Missionare Hubert Mößmer und Anton Mahl in Kenia

10.08.2009 14:10

Augsburg (IBA). Zwei Augsburger Priester hat Diözesanbischof Dr. Walter Mixa in ihrer Pfarrei North Horr im Norden Kenias besucht. Dort wirken seit 1995 Pfarrer Hubert Mößmer und 1996 Pfarrer Anton Mahl. Bereits seit 1976 gibt es enge Kontakte zwischen Augsburg und North Horr: Damals übernahmen die Priesterbrüder Richard und Xaver Tyroller als „Fidei-Donum-Priester“ die Missionsstation. Auf der zehntägigen Reise wurde Bischof Mixa von seinem Sekretär Domvikar Christoph Hänsler sowie von Pfarrer Albert Mahl und Josef Mahl – Brüder des Missionars Anton Mahl – begleitet. Bischof Mixa zeigte sich dankbar und beeindruckt von dem Wirken der zwei Augsburger Missionare.

Die Pfarrei North Horr in der Diözese Marsabit, in einer Halbwüste gelegen, hat eine Ausdehnung von 150 mal 200 Kilometern. Die Bevölkerung vom Stamm der Gabra lebt auch heute noch zum Teil als Nomaden bzw. Halbnomaden. Zur Pfarrei gehören 25 seelsorgliche Außenstationen, zehn Schulen und 25 Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft. Derzeit gibt es etwa 3.500 Katholiken und 250 Taufbewerber, das entspricht rund 25 Prozent der Gesamtbevölkerung im Gebiet der Pfarrei. Das Bistum Marsabit wird von Bischof Peter Kihara Kariuki geleitet und hat rund 27.000 Katholiken. Im Bistum Marsabit wirken sieben eigene Diözesanpriester und 22 Missionare.

Seit Gründung der Mission vor 45 Jahren handelt es sich um eine stetig wachsende und sehr junge Kirche, in deren Geschichte viele Kirchen gebaut worden sind. Der Höhepunkt der Reise des Bischofs war die Weihe der neu erbauten Kirche St. Johannes der Täufer in Gas, einer der Außenstationen der Pfarrei. Die feierliche Zeremonie zelebrierte Bischof Walter Mixa zusammen mit Diözesanbischof Peter Kihara Kariuki von Marsabit. Alle Arbeit beim Bau des Gotteshauses wurde von einheimischen Handwerkern und von freiwilligen Helfern unter kundiger Anleitung der beiden Augsburger Missionspfarrer selbst geleistet. Die neue Kirche wurde mit einem direkten Zuschuss in Höhe von 8.000 Euro vom Weltkirchenreferat des Bistums Augsburg mitfinanziert, 5.000 Euro brachten die Gläubigen vor Ort auf; mit 12.000 US-Dollar (ca. 8.760 Euro) half der Hl. Stuhl. Vor allem der Besuch von Schulen und das Gespräch mit den Gläubigen standen im Mittelpunkt der Reise. Bei der täglichen Arbeit der Missionare sind das Studieren der Traditionen der Gabra und ihre Wertschätzung zwei wesentliche Leitprinzipien.

Fidei-Donum-Priester:

Die Bezeichnung „Fidei-Donum-Priester“ geht zurück auf die Enzyklika „Fidei Donum“ („Geschenk des Glaubens“) von Papst Pius XII., der darin 1957 die Bischöfe aufforderte, auch Diözesanpriester für die Mission frei zu stellen. Bis dahin hatten sich vorwiegend Ordensgemeinschaften als Missionare betätigt.