Für Pfarreien und kirchliche Einrichtungen

Corona: 10 Mio. Euro für Hilfsfonds bereitgestellt

02.04.2020 14:32

Augsburg (pba). Von der Corona-Pandemie sind auch viele Pfarrgemeinden und kirchliche Einrichtungen unmittelbar betroffen. Die Diözese Augsburg legt deshalb mit sofortiger Wirkung einen zunächst mit 10 Millionen Euro dotierten Hilfsfonds auf. Das hat der Diözesansteuerausschuss soeben beschlossen.

„Als ernannter Bischof von Augsburg sehe ich mich in der Verantwortung, unseren Pfarrgemeinden und kirchennahen Einrichtungen zu sagen: Wir stehen Euch in der jetzigen Situation, die viele Unwägbarkeiten birgt, solidarisch zur Seite. Macht Euch keine Sorgen über die Finanzierbarkeit laufender Projekte. Hieß es früher: Unterm Krummstab lässt es sich gut leben, so möchte ich damit eine Art Bistumsschirm aufspannen, der dazu beiträgt, die Solidarität und Hilfsbereitschaft zu stützen und zu fördern. Mein Wort der Ermutigung ,Lasst einander nicht allein!‘ soll Wirklichkeit werden“, so Bischof Dr. Bertram Meier. „Ich bin dem Diözesansteuerausschuss deshalb sehr dankbar für diese einvernehmliche und auch rasche Entscheidung. Auch das Domkapitel hat die Errichtung des Fonds ausdrücklich befürwortet.“

Dotiert wird der „Stephana“ genannte Hilfsfonds zunächst mit 10 Millionen Euro. Er kann bei entsprechend hoher Nachfrage um 10 Prozent aufgestockt werden. Zudem gibt es, vorbehaltlich der Zustimmung des Diözesansteuerausschusses, die Option, den Fonds um weitere fünf Millionen Euro zu erhöhen. Finanziert wird er aus Rücklagen des Bistums, die in den vergangenen Jahren gebildet werden konnten. 

„Der Name des Hilfsfonds ist der frühchristlichen Märtyrerin Stephana gewidmet, die bei uns auch unter dem Namen Corona bekannt ist“, erklärt Diözesanökonom Jérôme-Oliver Quella. Sie gelte als Patronin des Geldes, werde aber auch als Fürsprecherin gegen Seuchen verehrt. Man habe sich bewusst für deren griechischen Namen entschieden, um den Begriff „Corona“ zu vermeiden. „Zugleich wollen wir damit ein Zeichen der Hoffnung setzen. Der Gedenktag der heiligen Stephana fällt auf den 14. Mai. Unsere große Sehnsucht mit Blick auf dieses relativ nahe Datum ist es“, so der Finanzdirektor weiter, „auch bald ein Ende der jetzigen Situation absehen und wieder zu einem geregelten Alltag zurückkehren zu können.“

Genau darauf ziele auch der Stephana-Fonds ab. Sein Ziel sei es, insbesondere bei laufenden Vorhaben kurzfristige Liquidität zu garantieren. Dies könne in Form von Sonderzuschüssen, langfristiger zinsloser Darlehen oder auch durch die Gewährung von Sicherheiten Dritten gegenüber erfolgen. „Wir wollen damit gerade jetzt schnelle unbürokratische Hilfe leisten. Die momentane Situation hat für uns alle noch völlig unkalkulierbare Folgen. Ganz sicher werden wir in diesem Jahr mit deutlich geringeren Einnahmen aus der Kirchensteuer zu rechnen haben“, prognostiziert der Bischöfliche Finanzdirektor.

Außerdem sei es durch das Kontaktverbot und die anderen Corona-Vorgaben viel schwerer als sonst, zusätzliche Mittel bei privaten und öffentlichen Geldgebern einzuwerben. Das treffe gerade die Kirchenstiftungen in besonderem Maße. „Aber ich denke auch an andere Einrichtungen, die sich der kirchlichen Grundordnung verpflichtet wissen und sich etwa weltkirchlich oder caritativ engagieren“, ergänzt er. „Umso wichtiger ist es, hier mit dem Fonds unsere kirchlichen Rechtsträger zu unterstützen. Von diesen wiederum hängen gerade bei Bauvorhaben auch zahlreiche Arbeitsplätze in Mittelstand und Handwerk ab. Auch diese wollen wir mit dem Hilfsfonds in dieser Zeit der Krise sichern und somit zum regionalen Wirtschaftskreislauf beitragen“, so Quella.

Er fügt aber auch hinzu: „Der Hilfsfonds ist nur eine kurzfristige Maßnahme. Welche Folgen die Corona-Pandemie mittel- und längerfristig für unsere Finanzausstattung haben wird, können wir noch gar nicht absehen. Da geht es uns ähnlich wie anderen kommunalen oder auch staatlichen Rechtsträgern“. Hiermit würden sich die zuständigen diözesanen Gremien zu gegebener Zeit befassen. Es werde aber alles dafür getan werden, um das kirchliche Leben in der bisher bekannten und bewährten Form zu erhalten. Dies betreffe insbesondere auch das vielfältige Engagement im caritativ-sozialen Bereich.

Auf der Bistumshomepage wurde eine neue Seite eingerichtet, auf der ein Antragsformular abgerufen werden kann. Der Kurzlink der Seite lautet: www.bistum-augsburg.de/stephana-fonds