Ökumene

"Das wäre ein völliger Paradigmenwechsel"

21.09.2020 12:53

Bischof Dr. Bertram Meier hat sich in Folge des jüngsten Schreibens aus dem Vatikan an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, zum Thema "Interkommunion" geäußert und seine Wünsche für künftige Schritte auf dem Weg der Ökumene formuliert.  

Bischof Dr. Bertram Meier. (Foto: Bernd Müller / pba)

Die Stellungnahme von Bischof Bertram im Wortlaut: „Der Brief des Präfekten der Glaubenskongregation stellt klar, dass die Bedingungen zur eucharistischen Gastfreundschaft bleiben, wie sie sind. Während bisher die Regel war, dass ich dort die hl. Kommunion empfange, wo ich kirchlich dazugehöre, weist die Tendenz des Votums in die entgegengesetzte Richtung: Wo bislang die Ausnahme von der Regel begründungspflichtig war, soll sich nach dem Votum nun derjenige erklären, der die bisherige Ausnahme nicht zur Regel macht. Das wäre ein völliger Paradigmenwechsel. Um ökumenisch weitergehen zu können, wünsche ich mir als Hirte meiner Diözese zwei Dinge: zum einen die pastorale Klugheit der Seelsorger mit Ausnahmen umzugehen, zum anderen eine weitere vertiefte theologische Klärung vor allem des Eucharistie- bzw. Abendmahlsverständnisses und des Weihepriestertums.“  

Die Glaubenskongregation äußert in ihrem Schreiben Einwände gegen ein gemeinsames Votum des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) zur wechselseitigen Teilnahme an Abendmahl und Eucharistie.