Nachruf

Domkapitular i.R. Prälat Konrad Hölzl verstorben

10.11.2021 11:40

Der emeritierte Domkapitular und frühere Dompfarrer Prälat Konrad Hölzl ist am Mittwoch, 10. November, im Alter von 81 Jahren verstorben. Er wurde am 19. Mai 1940 in Augsburg geboren und am 23. Juli 1967 zum Priester geweiht. Bischof Bertram würdigt den Verstorbenen als Freund und Mitbruder, dessen Markenzeichen die Herzlichkeit war.

+ Domkapitular i.R. Prälat Konrad Hölzl (1940-2021) (Foto: Barbara Gandenheimer)

„Ein Priesterherz hat aufgehört zu schlagen. Die Nachricht vom Tod meines Freundes und älteren Mitbruders Konrad Hölzl macht mich traurig und betroffen, denn sein Markenzeichen war in der Tat die Herzlichkeit“, erklärt Bischof Bertram in seiner Würdigung. „Seit Jahrzehnten hat er meinen priesterlichen Weg aufmerksam und ermutigend begleitet. In Konrad Hölzl verliert das Bistum Augsburg einen Priester, der seinen Weg mit Jesus Christus treu gegangen ist, der die ihm anvertrauten Menschen gernhatte und davon beseelt war, ihnen das Evangelium anzubieten. Den ihm angeborenen Charme, seine menschliche Wärme, die ihn umgab, die Geselligkeit, die er liebte, und gleichzeitig die Würde, die er ausstrahlte, nutzte er für sein Wirken als wertvolle Instrumente, um viele Menschen – Jung und Alt - mit Gott in Verbindung zu bringen. Gott lohne ihm sein engagiertes Wirken!“

Konrad Hölzl wuchs als eines von insgesamt zwölf Geschwistern im altbayerischen Thierhaupten auf und begann 1961 das Studium der Theologie und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, wo sein Onkel bereits als Dogmatikprofessor lehrte. Nach seiner Priesterweihe in München war er zunächst in mehreren Pfarreien des Augsburger Bistumsnordens als Aushilfspriester tätig, bevor er 1968 eine dreieinhalbjährige Kaplanszeit ganz im Süden in der Lindauer Stiftskirche begann. 1972 wurde er zum Pfarrvikar der erst vier Jahre zuvor gegründeten Gemeinde Hl. Geist in Günzburg berufen, im Folgejahr schließlich zum Pfarrer. Dort vollendete er den Neubau von Kirche und Pfarrzentrum, die 1973 durch Bischof Josef Stimpfle eingeweiht werden konnten, und prägte das Gemeindeleben nachhaltig im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Nach neun Jahren in Günzburg wechselte Hölzl die Pfarrstelle und ging nach Kaufbeuren-St. Martin. Dort setzte er sich stark für die Heiligsprechung der Kaufbeurer Franziskanerin Crescentia Höß ein, die 2001 schließlich auch in Rom durch Papst Johannes Paul II. vollzogen wurde. In seiner Zeit in Kaufbeuren wurde Pfarrer Hölzl, der lange Zeit auch dem Dekanat Kaufbeuren vorstand, in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen und 1990 mit dem Titel eines Monsignores geehrt.

1995 wurde Konrad Hölzl von Bischof Viktor Josef Dammertz zum Augsburger Dompfarrer und im Folgejahr zum Domkapitular ernannt. In seiner Eigenschaft als Pfarrer und Stadtdekan war ihm der Aufbau einer modernen City-Seelsorge wichtig. Gleichzeitig setzte er sich auch für den Wiederaufbau der im Krieg schwer beschädigten Friedhofskapelle St. Michael ein und betrieb die Gründung des Dompfarrchores für die Gestaltung der Gemeindegottesdienste in der Kathedrale.

Neben seiner Tätigkeit als Dompfarrer und Domkapitular übernahm Hölzl, der seit 2002 auch den Titel eines Prälaten trug, zahlreiche weitere Aufgaben innerhalb des Ordinariats und darüber hinaus. Von 1995 bis 2002 war er Ökumenereferent sowie Vorsitzender der Ökumenekommission im Bistum. Einer der Höhepunkte seiner Arbeit dort war die von ihm mitvorbereitete Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre zwischen katholischer Kirche und lutherischem Weltbund, die er bei der feierlichen Unterschreibungszeremonie 1999 in St. Anna verlesen durfte. Zudem war er als Leiter des Referats für Kranken- und Krankenhausseelsorge tätig und wirkte in diesem Rahmen auch zehn Jahre lang als geistlicher Begleiter des Katholischen Krankenhausverbands Bayern. Der langjährige geistliche Beirat des Katholischen Frauenbundes in der Diözese Augsburg wurde 2000 auch zum Landesbeirat des bayerischen Frauenbundes gewählt. 2003 wurde er schließlich noch zum Prior und 2005 zum Komtur der Augsburger Grabesritter-Komturei bestimmt. Von großer Bedeutung war ihm die Ehrenbürgerschaft in der philippinischen Gemeinde General Luna, die ihm in Anerkennung seines karitativen Wirkens und der Vermittlung von Hilfsgeldern dorthin verliehen worden war.

Nach seiner Emeritierung 2010 kehrte Prälat Hölzl an seine einstige Wirkungsstätte als Kaplan nach Lindau zurück, wo er bis zuletzt in der Seelsorge engagiert war. Dort ist er auch verstorben.

Am Donnerstag, 18. November, wird Bischof Bertram um 13 Uhr das Requiem im Hohen Dom zu Augsburg feiern. Anschließend wird Prälat Hölzl in der Grablege des Domkapitels beigesetzt. Coronabedingt wird nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung stehen. Bereits am Mittwochabend, 17. November, findet um 19 Uhr das Requiem der Dompfarrei statt. Dieses wird musikalisch gestaltet vom Dompfarrchor.

Der Herr vergelte ihm seine treuen Dienste. Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen.