Ökumenischer Kirchentag

Einladung zu Teilnahme und Mitfeier

23.04.2021 10:53

Der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) vom 13. bis 16. Mai wird anders stattfinden als zunächst geplant: digital und dezentral. Bischof Dr. Bertram Meier lädt die Gläubigen im Bistum Augsburg dennoch dazu ein, teilzunehmen und mitzumachen. In einem Schreiben an die Pfarreien und Orden verweist Bischof Bertram auf konfessionelle "ökumenisch sensible" Gottesdienste und gibt konkrete Hinweise zur Gestaltung.

Viele hätten sich auf den Kirchentag gefreut, der in Frankfurt geplant war, schreibt der Bischof, doch leider könne dieses Glaubensfest nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden, sondern müsse digital und dezentral gefeiert werden. „Die technischen Möglichkeiten und die Medien bieten Gelegenheit, sich zuzuschalten und – wenn auch eingeschränkt – mitzumachen. Bitte nehmen Sie auf diese Weise am 3. Ökumenischen Kirchentag teil!“ Das Motto „schaut hin!“ sei aktueller denn je. „Wir Christinnen und Christen sollen hinschauen, was in den Kirchen und in der Gesellschaft vor sich geht, damit der Zug der Zeit nicht ohne uns weiterfährt. Als Salz der Erde und Licht der Welt haben wir den Menschen auch heute viel zu sagen.“ Der Kirchentag sei vor allem eine Chance für die „Ökumene des Zeugnisses“, so Bischof Bertram.

Besonders wichtig sei ihm beim Blick auf das ÖKT-Programm das Zeitfenster, in dem „ökumenisch sensibel“ gestaltete konfessionelle Gottesdienste in ganz Deutschland geplant seien. Mit Blick auf die bei allen Fortschritten des ökumenischen Gesprächs nach wie vor offene Frage nach der eucharistischen Gastfreundschaft bzw. Abendmahlsgemeinschaft dürften wir die noch ausstehende theologische Vertiefung nicht durch aktionistisches und ungeduldiges Handeln überspringen, so der Bischof. „Daher wünsche ich, dass wir uns im Bistum Augsburg bei der Feier der konfessionellen Gottesdienste am 15. Mai an der Faustregel orientieren: Kirchengemeinschaft und Eucharistie-/Abendmahlsgemeinschaft gehen im Gleichschritt.“ Konkret bedeute dies, dort zu Kommunion oder zum Abendmahl zu gehen, wo ich kirchlich dazu gehöre. Bischof Bertram ist sich bewusst, dass es Einzelfälle geben könne, für die es auch Ausnahmen von der Regel gebe: „Genauso wenig wie also eine offene wechselseitige Einladung zur Eucharistie bzw. zum Abendmahl angezeigt ist, genauso wenig werden wir diejenigen ausladen, die zum Tisch des Herrn herantreten.“ Wichtig seien in diesen Fällen das „seelsorgerliche Gespräch“ und die „Abwägung der Situation“.

Wie ökumenisch sensible Eucharistiefeiern aussehen können, verdeutlicht er mithilfe von fünf „Wegweisern“. Einladen, begrüßen, einbinden, ökumenische Gesänge und den Kreis über die klassische katholisch-evangelische Ökumene hinaus weiten. Bischof Bertram ermutigt in seinem Schreiben „eine noch entschiedenere und ehrlichere Suche nach Gemeinsamkeit anzugehen. Die Zeit dafür ist reif. Denn die Spaltung des Leibes Christi ist und bleibt ein Ärgernis“. Dem Konzept einer Gemeinschaft auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner erteilt er hingegen eine Absage. „Unter solchen Voraussetzungen werden wir alle nur ärmer und verlieren Gesicht.“ Bischof Bertram weiter: Ökumene stelle sich beim Thema des Herrenmahls als Herausforderung und Wetzstein zugleich dar. „Mit einer diesbezüglichen geistlichen Bestandsaufnahme aber können wir sofort beginnen. (…) Der Heilige Geist möge uns dabei Inspirator und Begleiter sein!“

Der ÖKT bietet rund 80 digitale Veranstaltungen zu Glaubens- und Vertrauensfragen, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und der wachsenden globalen Verantwortung. „Dabei werden Missstände und Erfolge klar in den Blick genommen, Verantwortung wird benannt. Der ÖKT will so das Vertrauen ineinander und in Gottes Verheißung stärken“, heißt es von den Veranstaltern. Neben seinen digitalen Angeboten wird der Kirchentag auch in den klassischen Medien zu verfolgen sein. Der Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 13. Mai, um 10 Uhr wird live in der ARD übertragen, der Schlussgottesdienst am Sonntag, 16. Mai, 10 Uhr, live im ZDF. Ebenfalls live im ZDF wird am Samstag, 15. Mai, 11 Uhr, eine Diskussionsveranstaltung zum Thema "Abschied in Würde – Verantwortung und Schutz am Lebensende" gesendet.