Hochfest Mariä Empfängnis

Erneuerung der Marienweihe: "Zum Segen werden"

08.12.2021 08:36

An diesem Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria hat Bischof Bertram die Marienweihe des Bistums erneuert. Im Wechsel mit den Gläubigen im Hohen Dom betete er „für unsere Diözese, aber auch für persönliche Anliegen“. In seiner Predigt entfaltete der Bischof den Gruß Gabriels an Maria, das „Ave Maria“.

Vor dem Schlusssegen erneuerte Bischof Bertram die Marienweihe für das Bistum. (Fotos: Nicolas Schnall / pba)

„Wie der Erzengel den Segen Gottes Maria überbracht hat, so sollen auch wir einander zum Segen werden“, sagte er an diesem Abend beim feierlichen Pontifikalgottesdienst. Dabei ging der Bischof besonders auf das Wort „gebenedeit“ ein, das „gesegnet“ bedeutet. Die Mission der Kirche sei es, zu segnen. „Die Kirche soll Segen sein für eine Gesellschaft, die oft genug denkt, darauf verzichten zu können, das gilt auch für die Politik.“ Unser Auftrag, so Bischof Bertram: Zum Segen für andere werden. Wir dürften und könnten Segen sein, da wir mit dem Leben, mit der Eucharistie, gesegnet seien.

Der Bischof kam aber auch auf die Schattenseiten kirchlichen Lebens zu sprechen. „Leider haben Glieder der Kirche diesen Auftrag entweiht und ihre Berufung verspielt. Anstatt gerade Kindern und Jugendlichen zum Segen zu werden, haben sie ihnen Schaden und Leid zugefügt.“ Maria hingegen sei ohne Fehler, ohne Makel, ohne Sünde gewesen. „So ist sie ein Segen für uns und ein Modell für die Kirche.“ So gesehen, bleibe Maria unsere Mutter, unser Maßstab für unser Handeln: „Bringen wir den Menschen Gottes Segen – gerade jetzt in dieser dunklen Zeit der Krise und Pandemie“, ermutigte Bischof Bertram die Gottesdienstbesucher.

Musikalisch gestaltet wurde der Pontifikalgottesdienst von der Capella Cathedralis unter der Leitung von Domkapellmeister Stefan Steinemann, Domkantor Julian Müller-Henneberg und Domorganistin Claudia Waßner. Neben Gemeindegesang, darunter zahlreiche Marienlieder, erklang die Missa Ave Maris Stella von Jean de Bournonville.

Am Fest der Verkündigung des Herrn 2020 hat Bischof Dr. Bertram Meier das Bistum Augsburg der Muttergottes geweiht und dazu ein eigenes Gebet verfasst. Die Weihe erneuerte er im vergangenen Jahr an Mariä Empfängnis. Der Bischof möchte das Weihegebet, das an die Pfarreien verschickt wurde, den Gläubigen in dieser Zeit besonders ans Herz legen. Die Gebetszettel liegen in den Kirchen aus und sind über die Pfarrbüros zu beziehen.

 

WEIHEGEBET DES BISTUMS AUGSBURG AN DIE MUTTERGOTTES

Maria,
Stern der Frohen Botschaft! Du hast das Wort Gottes als Erste
bereitwillig aufgenommen und Ja dazu gesagt,
dass es zur Welt kommen konnte.
Mache uns zu aufmerksamen Hörerinnen und
Hörern des Wortes
und zu mutigen Zeuginnen und Zeugen Jesu,
deines Sohnes,
des einzigen Lehrers und Retters der Welt.

Dir, Mutter der göttlichen Liebe,
vertrauen wir das pilgernde Gottesvolk
von Augsburg an
mit seinen Möglichkeiten und Problemen,
mit seinen Freuden, Ängsten und Hoffnungen.
Wir empfehlen dir die Familien,
die Kranken, die Alten, die Alleinstehenden.
In deine guten Hände betten wir
die Erwartungen und Wünsche der Jugendlichen.
Vor allem legen wir dir das Anliegen ans Herz,
dass sich durch deine Fürsprache
die Zahl der Arbeiter im Weinberg des Herrn mehre.
Mögen die jungen Menschen
die Berufung zum Priester und für ein Leben nach den
evangelischen Räten,
deren die Welt so dringend bedarf,
in ihrer Schönheit neu schätzen lernen.

O Maria, sprich mit deinem Sohn!
Sprich mit ihm über unser schwieriges „Heute“.
Stelle uns Jesus Christus vor,
den wir einladen als Begleiter auf dem Weg,
den wir gemeinsam gehen wollen,
damit das Evangelium in unserer Heimat
eine Zukunft hat.
Diese Zukunft beginnt jetzt.
Hilf uns, dass wir uns heute für Christus entscheiden.
Bewahre uns davor, Schaden zu nehmen an Seele
und Leib.

O Mutter der Kirche von Augsburg!
Hilf uns, mit der Frohen Botschaft im Herzen
das schwierige „Heute“ zu bestehen,
damit wir miteinander das Ziel erreichen,
das dein Sohn selber ist:
der starke Gott, Friedensfürst und Heiland der Seelen.
Amen.

Bertram Meier, Bischof von Augsburg

 

Die künstlerisch hochwertige Figur der Maria Immaculata, die auf dem linken unteren Bild zu sehen ist und am heutigen Tag auf dem Titel des Gottesdienstliedblatts, wurde wohl um 1770/80 von einem unbekannten Meister geschaffen und stand bis 1984/85 an dem in diesem Jahr ausgebrannten Haus Karolinenstr. 15 in Augsburg, als sie durch eine Gussstein-Kopie ersetzt wurde. Sie gelangte im Frühjahr 2013 in den Kunsthandel, konnte jedoch durch die altaugsburggesellschaft „gerettet“ werden und befindet sich seit 2014 im Zentralgebäude Fronhof 4 des Bischöflichen Ordinariats.

(Foto: Julian Schmidt / pba)