Migration

13.03.2015 09:45

Augsburg (pca). Tausende von Flüchtlingen und Asylbewerbern leben bereits in Bayern. Und der Flüchtlingsstrom wächst weiter. Innerhalb kurzer Zeit stieg die Zahl der Asylsozialberater von neun auf 22, die der Augsburger Diözesan-Caritasverband angestellt hat. Auch viele katholische Christen engagieren sich in ihren Pfarreien auf unterschiedlichste Art und Weise für die Flüchtlinge. Nun hat das Bistum Augsburg gemeinsam mit dem Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V. die Broschüre „Flüchtlinge und Asylbewerber begleiten und unterstützen. Informationen, Fakten und Hilfsmöglichkeiten für Pfarrgemeinden, Ehrenamtliche und Helferkreise“ herausgegeben. Die Broschüre, so schreiben Bischof Dr. Konrad Zdarsa und Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg in ihrem Vorwort, soll als eine Handreichung dienen, „die dabei helfen soll, mit möglichen Schwierigkeiten gut umgehen zu können“.

Bischof Zdarsa und Diözesan-Caritasdirektor Dr. Magg lassen keinen Zweifel daran, woran sich die Christen in ihrem Engagement für Flüchtlinge und Asylbewerber halten sollen. „Für uns Christen ist Jesu Wort Gesetz“, heißt es. Sie beziehen sich dabei auf Jesu Worte vom Weltgericht, wonach der Mensch danach gerichtet werde, ob er dem Hungrigen zu Essen, dem Durstigen zu trinken gegeben hat oder nicht, den Fremden und Obdachlosen aufgenommen hat oder nicht. Beide Autoren lassen keinen Zweifel daran aufkommen, „dass wir uns daran messen lassen müssen „weit draußen in der Welt wie auch hier bei uns zuhause“.

Ihre Aufforderung, das Evangelium als Richtschnur für ihr Handeln als Christen zu nehmen, sehen der Bischof wie auch der Diözesan-Caritasdirektor im völligen Einklang mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, dessen erster Grundrechtsartikel programmatisch für alle bindend festhält, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Beide folgern daraus: „Wir Christen stellen deshalb ganz im Sinn unseres Grundgesetzes nicht zuerst die Frage, ob jemand nach staatlicher und rechtlicher Auffassung hier zu Recht in unser Land kommt und hier bleiben will. Nein. Jeder, der zu uns kommt, hat ein Anrecht auf eine menschenwürdige Behandlung und Begleitung.“ Und wenn die staatlichen Behörden nach ihren rechtlichen Vorgaben entscheiden, dass ein Flüchtling nicht in Deutschland bleiben darf, so soll er wie alle Flüchtlinge auch durch die Christen erfahren haben, dass er ein geliebtes Kind Gottes ist, „wie wir alle auch.“

Die 32-seitige Broschüre, die der Caritasverband gemeinsam mit dem Bistum Augsburg herausgegeben hat, bietet die wichtigsten Informationen zu den Themen „Aufenthaltsstatus“, „Asylverfahren“, die „Arbeitsmöglichkeiten“, Fragen des Wohnens, der medizinischen Versorgung, über die den Flüchtlingen zustehenden sozialen Leistungen, den Krippen- und Kindergartenbesuch von Flüchtlingskindern, die Schule und Ausbildung wie auch über das für Flüchtlinge und Asylbewerber geschnürte staatliche Bildungspaket. Zudem erfährt der Leser, welche Aufgaben die Sozialberatung für Asylsuchende und Flüchtlinge hat. Des Weiteren wird die Problematik des Kirchenasyls erläutert. Auch Unterstützungsmöglichkeiten durch Ehrenamtliche in den Pfarreien werden vorgestellt. Gleichzeitig werden die Grenzen der ehrenamtlichen Arbeit angesprochen. Auf den letzten Seiten finden sich alle Adressen der Beratungsstellen der Caritas. Dort können Ehrenamtliche bei Bedarf auch um Rat fragen.

Die Informationsbroschüre kann per E-Mail bestellt werden bei: migration@caritas-augsburg.de

Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten der Migrations-/Flüchtlingsberatung des Diözesan-Caritasverbandes.