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Mariä Himmelfahrt

Geburtstagsglückwünsche an die Gottesmutter

Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel ist der Höhepunkt im Festkalender des mittelschwäbischen Wallfahrtsorts Maria Vesperbild und wird jedes Jahr besonders gefeiert. In dem Pontifikalgottesdienst, den Bischof Bertram anlässlich des Festtags dort in Vertretung des erkrankten benediktinischen Abtprimas Jeremias Schröder hielt, betonte er, dass die Himmelfahrt der Gottesmutter aber noch mehr sei, nämlich ihr Geburtstag für das Ewige Leben.

„Wer Maria ehren will, braucht eine persönliche Beziehung zu ihr“, betonte der Bischof eingangs in seiner Festpredigt und gab zu, dass es nicht leichtfalle, Maria zu beglückwünschen: „Vielleicht haben wir sie fast schon zu großgemacht, so hoch über uns entrückt, dass wir sie kaum erreichen können – die kleine Jüdin Miriam, von der wir zunächst nichts wissen, als dass sie in jungen Jahren, ohne verheiratet zu sein, Mutter wird. Ihr Sohn behauptet, nicht nur eines Menschen Kind, sondern Gottes Sohn zu sein. Womöglich haben wir es leichter, an Maria unsere Glückwünsche zu richten, wenn wir sie - unbeschadet ihrer Würde - von der hohen Säule einmal herunternehmen und mitten unter uns Menschen hineinstellen – als eine von uns. Denn es spricht sich leichter, wenn man dem anderen in die Augen schauen kann.“

Einen ersten Glückwunsch sprach der Bischof an die Gottesmutter zu ihren offenen Ohren aus: „Wer das Leben Marias ein wenig nachgeht, entdeckt sie als Hörende.“ Dabei handele es sich um eine im Verschwinden begriffene Fähigkeit, die auch die Kirche wieder neu für sich erlernen müsse – „Vielleicht ist die Krise der Beichte nicht zuletzt eine Krise der Priester“. Maria hingegen rufe uns in die Stille des Wartens und Lauschens auf Gottes Wort. Auch ungeweiht war und sei sie somit eine „Apostelin des Ohres“, die stets genau hingehört und erst dann ihr „Ja“ ausgesprochen habe – der zweite Glückwunsch, den der Bischof ihr aussprach. Sicher habe ihre unverhoffte Schwangerschaft zunächst große Ängste und Sorgen bei ihr hervorgerufen, nicht zu reden erst vom unvermeidlichen Dorftratsch. Dennoch habe Maria sich nach Gabriels unglaublicher Botschaft zu einem beherzten ja entschieden und sich als „Magd des Herrn“ bekannt. Genauso wie Maria müsse nun auch die Kirche „Ja“ sagen, „nicht zu den Maßstäben der Welt, sondern zur Messlatte, die Gottes Wort vorgibt. Wo es um Leben und Tod geht, gibt es keinen Kompromiss.“

Zuletzt beglückwünschte der Bischof die Gottesmutter auch für Josef, ihren Ehemann, der durch alle Schwierigkeiten hindurch treu zu Maria und seinem Ziehsohn stand: „Ohne Josef keine Gottesmutter, ohne Gottesmutter keinen menschlichen Erlöser.“ Dieser aus Maria hervorgegangene Jesus schließlich war Objekt des letzten Glückwunsches: „Maria, wir beglückwünschen Dich zu Deinem Sohn, der Mahl mit uns hält und der es erst möglich macht, dass wir Deinen Geburtstag für den Himmel feiern können.“ Der Festtag Mariä Himmelfahrt zeige so im Kleinen auf, worum es dem christlichen Glaube als Ganzes gehe, und besonders deutlich werde dies im „geistlichen Zentrum mitten in den Stauden“ Maria Vesperbild, dessen Bedeutung daran hänge, dass der Gnadenort schon seit Jahrhunderten für so viele eine spirituelle Quelle: „Möge es so bleiben! Es lebe ‚Marias schwäbische Hauptstadt‘!“

Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel ist landläufig als „Mariä Himmelfahrt“ bekannt und wird schon seit dem fünften Jahrhundert gefeiert, auch wenn der dazugehörige Glaubensinhalt erst 1950 durch Papst Pius XII. zum Dogma erhoben wurde. In der Ostkirche trägt es den Namen „Hochfest des Entschlafens der allheiligen Gottesgebärerin“. Die Gläubigen feiern an diesem Tag Maria als „Ersterlöste“, die mit Leib und Seele an der Erlösungstat ihres Sohnes teilhat. An ihr wird deutlich, wie die allen Menschen versprochene Zukunft bei Gott aussieht.

Der Legende nach sollen an ihrem leeren Grab, das heute in der Benediktinerabtei auf dem Zionsberg in Jerusalem verehrt wird, rote Rosen geblüht haben. Darauf geht der Brauch zurück, an ihrem Festtag Kräuter und Blumen zu segnen. Vielerorts finden an dem Tag auch Lichterprozessionen statt. In Maria Vesperbild ist es seit langem Brauch, dass ein Festgast das Pontifikalamt am Freiluftaltar zelebriert; im Anschluss führt die Prozession dann über den Schlossberg bis zur Mariengrotte. 2026 wurde Abtprimas Jeremias Schröder OSB aus Rom erwartet, der krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste. An seiner Stelle leitete Bischof Bertram die Feier. Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst durch den Musikverein Ziemetshausen und den Wallfahrtschor Maria Vesperbild.