14.02.2014 12:51

Augsburg (pba). Das belgische Parlament hat gestern Abend dem umstrittenen Gesetz zur Sterbehilfe für Minderjährige zugestimmt. Für Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger ist dieser Schritt ein „ungeheurer Einbruch in die Kultur des Lebens mitten auf europäischem Boden. Gerade bei Kindern und Minderjährigen ist die Fürsorgepflicht und Verantwortung für das Lebensrecht und die Würde in einer Gesellschaft, die sich menschenwürdig nennen will, unermesslich“, betont der Weihbischof, der Mitglied im Deutschen und Nationalen Ethikrat sowie der Bioethik-Kommission der Bayerischen Staatsregierung ist.

Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger.

Unsere christliche Verantwortung und Aufgabe müsse darin bestehen, nicht Hilfe zum Suizid, sondern Hilfe zum Leben bereitzustellen, so Losinger weiter. „Viele Voten für aktive Sterbehilfe sind angstgetrieben: Angst vor Schmerzen. Angst vor dem Pflegefall.“ Es gelte deshalb, die guten Möglichkeiten der Palliativmedizin in der Schmerzlinderung und die behütete Umgebung der Hospizbewegung - gerade auch für Kinder -, sehr viel besser bekannt zu machen. „Es geht um die letzte, vielleicht wichtigste Lebensphase, die ein Mensch in freiheitlicher und liebevoll begleiteter Umgebung verbringen können soll“, betont der Weihbischof.

In einem Interview mit dem Domradio hat Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger erst kürzlich seine Forderung nach dem Verbot von Sterbehilfe zum Ausdruck gebracht und die Bedeutung der palliativmedizinischen Versorgung hervorgehoben. Das Interview in voller Länge können Sie hier nachlesen.