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Pilgerfahrt nach Lourdes

Glauben, Hoffnung und Gemeinschaft erleben

19.10.2026 10:40

Um gemeinsam mit Gesunden und Kranken Tage des Gebets, der Besinnung und der Gemeinschaft zu erleben, machte sich jüngst eine Pilgergruppe aus dem Bistum Augsburg auf den Weg nach Lourdes. Begleitet und organisiert wurde die Wallfahrt von Pfarrer Johannes Rauch, Leiter der Krankenfraternität sowie Diakon Andreas Martin, Leiter der Diözesanen Pilgerstelle.

Tage des Gebets, der Besinnung und der Gemeinschaft erlebte jüngst eine Augsburger Pilgergruppe bei einer Wallfahrt nach Lourdes (Fotos: Pilgerstelle)

Nach ihrer Ankunft stimmte sich die Augsburger Pilgergruppe im Accueil Notre-Dame, dem medizinischen Gästehaus für kranke und hilfsbedürftige Pilger, mit einem stimmungsvollen Eröffnungsgottesdienst auf die kommenden Tage ein. Die Segnung und Entzündung der kunstvoll gestalteten Augsburger Wallfahrtskerze mit dem Bild der Knotenlöserin war hierbei von besonderer Bedeutung.

Die allabendliche Lichterprozession, an der Menschen aus aller Welt teilnahmen, blieb den Pilgerinnen und Pilger sodann als bewegendes Erlebnis in Erinnerung. Das gemeinsame, mehrsprachige Gebet und der Lichterglanz unzähliger Kerzen berührte viele Herzen und ließen die weltumspannende Gemeinschaft des Glaubens spürbar werden.

Gemeinsam mit zahlreichen Wallfahrern aus aller Welt feierten die Augsburger einen gemeinsamen Gottesdienst an der Erscheinungsgrotte. Eine Andacht, gestaltet von Pfarrer Johannes Rauch und Diakon Andreas Martin, bereitete die Teilnehmenden auf das Sakrament der Versöhnung vor. Darüber hinaus bot sich die Möglichkeit, an den Sakramentsprozessionen teilzunehmen und im Gebet innezuhalten.

Besonders eindrucksvoll zeigte sich in Lourdes die gelebte Solidarität mit kranken und beeinträchtigten Menschen. Zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützten die Pilger, indem sie Rollstühle schoben und ihnen die Teilnahme an Gottesdiensten und Prozessionen ermöglichten. In Lourdes gilt dabei ein besonderer Grundsatz: Kranke haben Vorfahrt. Die Fürsorge füreinander und das selbstverständliche Miteinander machten deutlich, wie sehr Nächstenliebe, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung die Pilgerfahrt prägten.

Ein weiterer Höhepunkt der Reise war die internationale Heilige Messe in der unterirdischen Basilika, einer der größten Kirchen ihrer Art weltweit. Rund 15.000 Menschen kamen zusammen, um gemeinsam ihren Glauben zu feiern und die weltweite Verbundenheit der Kirche zu erleben.

Auch die Spuren der heiligen Bernadette Soubirous standen bei der Wallfahrt Im Mittelpunkt. So besichtigte die Pilgergruppe bunter anderem die Mühle Boly, das Geburtshaus der Heiligen, sowie das Cachot, in dem die Familie Soubirous später unter äußerst beengten und schwierigen Lebensbedingungen wohnte. Auch der historische Taufstein in der Stadtpfarrkirche, an dem Bernadette getauft wurde, gehörte zu den besuchten Orten. Die Einblicke in ihre Lebensgeschichte machten die Armut und Not deutlich, unter denen die spätere Heilige aufwuchs, und ließen ihren Lebensweg auf besondere Weise lebendig werden.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Wallfahrt war die Möglichkeit, das Sakrament der Krankensalbung zu empfangen. Beim Kreuzweg auf dem Kalvarienberg führte Diakon Andreas Martin mit Gebeten und Betrachtungen durch die einzelnen Stationen. Überlebensgroße Figuren veranschaulichten eindrucksvoll die 15 Stationen des Leidenswegs Jesu. Parallel dazu beteten die kranken und gebrechlichen Wallfahrer gemeinsam mit Pfarrer Johannes Rauch den Kreuzweg entlang des Flusses Gave. So konnten alle entsprechend ihren körperlichen Möglichkeiten am Gebet teilnehmen und ihren eigenen Weg mit Christus verbinden.

Ein feierlicher Abschlussgottesdienst mit Segnung der mitgebrachten Andachtsgegenstände markierte den Abschluss der Wallfahrt. Mit vielen wertvollen Eindrücken, bereichernden Gemeinschaftserfahrungen und neuer Kraft und Zuversicht traten die Pilgerinnen und Pilger ihre Heimreise an. Und für viele klang die Pilgerfahrt mit einem Wunsch aus, der die besondere Verbundenheit mit diesem Ort zum Ausdruck bringt: „Ich komme wieder!“