Ulrichswoche

Gottesdienst für Senioren und Kranke

09.07.2019 14:03

Augsburg (pba). Im Rahmen der Ulrichswoche haben heute zahlreiche Seniorinnen und Senioren sowie ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums mit Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier einen Gottesdienst  gefeiert. Im Anschluss an die heilige Messe waren die Gläubigen dazu eingeladen, den Einzelsegen oder die Krankensegnung zu empfangen. In seiner Predigt lud der Diözesanadministrator die Gottesdienstbesucher ein, das Evangelium von der Heilung eines Gelähmten genauer zu betrachten und „einzutauchen in die Erfahrung, die ein Gelähmter damals mit Jesus machen durfte“.

Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier sowie zahlreiche weitere Priester spendeten heute während eines Gottesdienstes für die ältere Generation den Einzelsegen. (Foto: Simone Zwikirsch / pba)

„Wenn uns etwas derart belastet, dass unser ganzes Denken blockiert ist“, so Prälat Meier, sei uns allen das Gefühl des Gelähmtseins nicht unbekannt. Dazu bräuchte es keinen Rollstuhl, keinen Rollator oder Krücken, die sofort erkennen ließen, „da kann jemand ohne Hilfe nicht mehr weiter oder viel schlimmer, da kann ein Mensch nicht mehr auf seinen eigenen Beinen stehen“. Im Evangelium gehe es aber zunächst tatsächlich um einen Menschen, der gelähmt auf einer Trage gefesselt ist. Doch der Gelähmte habe Freunde, die ihn nicht sitzen lassen, sondern richtig kreativ werden und unkonventionelle Wege gehen, um ihn zu Jesus bringen. „Selig, wer um Freunde weiß, die das tun, was die Freunde des Gelähmten im Evangelium getan haben“, betonte Prälat Meier. Dies könne zunächst ganz konkret und handfest sein: „Menschen mitnehmen, herausholen und tragen, aber auch im übertragenen Sinne Menschen im Gebet zu Jesus bringen.“

So sei also der Gelähmte in seiner Trage vor Jesus gelegen und dieser habe ihm die Sünden vergeben, gab Diözesanadministrator Meier das Geschehen des Evangeliums wieder. „Und genau hier liegt der Knackpunkt der Heilung“, betonte er weiter. Für Jesus bedeute Heilung mehr als die Glieder wieder benutzen zu können. Er sehe vielmehr den ganzen Menschen mit den Lähmungen, die ihn daran hindern, richtig Mensch zu sein. „In diesem Sinne wünsche ich mir auch gerade für Sie, die Sie schon viele Lebensjahrzehnte hinter sich haben, dass sie diese ganzheitliche Heilung groß werden lassen“, wandte sich Prälat Meier an die Seniorinnen und Senioren. „Dass sie eine Kultur der Vergebung und Barmherzigkeit einüben und dass sie vielleicht unter Umständen nach langer Pause wieder den Weg zu einem Priester finden.“ Denn Beichte sei Therapie und Heilung. Und Jesus wolle uns, genauso wie dem Lahmen damals, sagen: „Ich möchte dich leben sehen und nicht lahm“.

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Schülerblasorchester St. Ottilien gestaltet. Nach der heiligen Messe überraschten die Schüler die Wallfahrer mit einem musikalischen Empfang auf dem Vorplatz der Ulrichsbasilika.