Kolping

„Herzlichkeit und Geistlichkeit“

14.10.2020 13:48

Acht Jahre war im laufenden Betrieb geplant und gearbeitet worden, nun ist das Projekt abgeschlossen: Das Kolpinghaus in Augsburg wurde grundlegend neu saniert und ist heute von Bischof Bertram feierlich eingeweiht und gesegnet worden. Am 17. Oktober ist Tag der offenen Tür.

„Ich stelle mir vor, dass sich heute auch der Himmel freut“, sagte der Vorsitzende der Kolping-Stiftung Augsburg, Diözesanpräses Wolfgang Kretschmer, zu Beginn. Der Ort habe eine lange Tradition, denn schon nur wenige Jahre nach ihrer Gründung 1859 habe die Stiftung an dieser Stelle ein Gasthaus erworben, in dem katholische Handwerksgesellen Wohnung, Bildung und Unterstützung finden konnten. Das im Laufe der Jahrzehnte hier gewachsene Gebäudeensemble sei in den letzten Jahren aufwändig generalsaniert und modernisiert worden, so der Diözesanpräses, der Bischof Bertram „dankbar um den Segen Gottes“ bat.

Auch der Bischof zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Kolping-Stiftung. „Danke, dass es euch gibt“, sagte er und hob besonders die „Herzlichkeit und Geistlichkeit“ der Augsburger Kolpingsfamilie vor. Er selbst sei schon seit seiner Kaplanszeit in Neu-Ulm mit Kolping und seiner Bewegung innig verbunden und habe auch schon als Bezirkspräses im Neu-Ulmer Raum gewirkt. Gerade der soziale Aspekt des sanierten Kolpinghauses mit seinem Fokus auf Jugendliche in Ausbildungsberufen sei von großer Bedeutung: „Wir dürfen uns nicht nur mit den Schönen und Reichen, den Großkopfigen und den Intellektuellen beschäftigen. Wir müssen zu den Menschen, wie sie wirklich sind!“, sagte Bischof Bertram und versicherte den Mitgliedern des Kolpingwerks, dass sie damit auch ganz in Linie mit dem Heiligen Vater stünden: Auch Papst Franziskus hätte „eine große Freude an ihnen, dass Sie an die Ränder gehen“.

Der leitende Architekt Prof. Klaus Meier hob die Komplexität des Projektes hervor. So sei die notwendig gewordene Generalsanierung eines organisch gewachsenen Gebäudeensembles über acht Jahre der Planung und des Bau bei laufendem Betrieb eine große Herausforderung gewesen. „In coronafreien Zeiten arbeiten, lernen und wohnen an diesem Ort mehrere tausend Menschen am Tag“, betonte er und sah die „Kolping-City 2020“ als „Abbildung des Sozialraums der hier lebenden Menschen“. Auch die Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit in Augsburg, Elsa Koller-Knedlik, sowie die zweite Bürgermeisterin der Stadt Augsburg Martina Wild würdigten das Mammutprojekt. Die hier getätigten Investitionen seien nicht nur für die Kolping-Stiftung, sondern letztendlich für die ganze Stadt, betonte die Bürgermeisterin.

Die Kolping-Stiftung Augsburg hat rund 24 Millionen Euro in die Generalsanierung der Räumlichkeiten investiert. 6,75 Millionen Euro davon wurden als Unterstützungsleistungen des Bistums Augsburg zur Verfügung gestellt. In dem neuen Gebäudeensemble gibt es Platz für knapp 250 junge Menschen in Ausbildung, die hier Wohnung, Unterstützung und Betreuung finden können. Auch das angeschlossene Restaurant und Bistro wurden grundlegend erneuert und bereits 2019 mit neuen Konzepten eröffnet. Alle Teilgebäude wurden behindertengerecht umgebaut und energetisch und brandschutztechnisch auf höchste Standards gebracht und auch für die kommenden Herausforderungen der digitalen Zukunft gerüstet. Hauptziel ist dabei die Unterstützung junger Menschen, die hier auch soziale Kompetenzen vermittelt bekommen und positiv mit Kirche und Glaube in Kontakt treten können.

Die Kolping-Stiftung Augsburg wurde 1859 gegründet und betreibt das Jugendwohnen und die Gaststätte mit Kolpingsaal und Tagungsräumen. Zusätzlich verwaltet sie für das Bistum Augsburg die Studentenwohnheime Haus Edith Stein, und Haus Albertus Magnus und im Priesterseminar in Augsburg sowie das Haus Adolph Kolping in Benediktbeuern. Die neu sanierten Gebäude in Augsburg können auch am kommenden Tag der offenen Tür besichtigt werden: Samstag, 17. Oktober, von 14 bis 17 Uhr in der Frauentorstraße 29.