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Österliche Bußzeit

Hirtenwort: Bischof Dr. Konrad Zdarsa lädt die Gläubigen zur Heiligung des Sonntags ein

Bischof Dr. Konrad Zdarsa (Foto: Bernd Müller/pba)
Bischof Dr. Konrad Zdarsa (Foto: Bernd Müller/pba)
17.02.2018

Augsburg (pba). Bischof Dr. Konrad Zdarsa widmet sein diesjähriges Hirtenwort zur österlichen Bußzeit dem Sonntag. Dieser sei „Ein Geschenk des Himmels“, lautet die Überschrift des Hirtenworts. Es wird an diesem Sonntag in allen Gottesdiensten einschließlich der Vorabendmessen verlesen. Der Sonntag sei „Gottes höchsteigenes Geschenk an uns Menschen“, richtet sich Bischof Konrad an die Gläubigen. Er sei nicht einfach eine soziale Errungenschaft und nach Gottes ureigenstem Beispiel der Schöpfungsordnung unverbrüchlich eingeschrieben.

Den Sonntag als Geschenk des Himmels zu feiern, bedeute weit mehr als ihn nur arbeitsfrei zu halten. Alle christlichen Grundvollzüge sollten am Sonntag zu ihrem Recht kommen: „den Glauben unerschrocken zu bekennen, ihn liturgisch festlich zu begehen und fürsorglich füreinander da zu sein.“ Wo Sonntagsarbeit unbedingt erforderlich sei, mögen sie die Arbeitnehmer als Dienst am Nächsten akzeptieren können, unterstreicht Bischof Konrad. Zugleich appelliert er an die Arbeitgeber, „jegliche Sonntagsarbeit auf das unbedingt Notwendige“ zu beschränken und dafür Sorge zu tragen, dass sie die Ausnahme bleibe „und sich nicht nach und nach zur schlecht verbrämten Regel fortentwickelt.“

Jeder Sonntag sei ein kleines Ostern und damit Ausdruck unserer Hoffnung auf das zukünftige Leben in der Gemeinschaft mit Gott, so Bischof Konrad weiter. Zugleich sei er eine Aufforderung, schon hier und jetzt als neue Menschen zu leben. Den Tag des Herrn in dieser Haltung zu begehen, sei „alles andere als eine mehr oder weniger lästig empfundene Pflicht. Den Tag des Herrn zu heiligen, ist vielmehr eine religiöse Tugend.“ Die Feier des Herrentags sei ein Fest der Beziehung zum dreieinen Gott wie der Beziehungen untereinander, ja zur gesamten Schöpfung ebenso wie zu uns selbst. „Wenn wir den Tag des Herrn bewusst begehen, handeln wir nicht nur dankbar gegenüber Gott, sondern tragen auch Sorge für unsere Mitmenschen.“ Der Sonntag sei zudem ein Tag der Hoffnung, bedeute er doch im Tiefsten eine Frohbotschaft von der bleibenden Gemeinschaft mit Gott auch über den Tod hinaus. „Der nächste Sonntag schon, den wir erleben, ist ein Geschenk des Himmels, damit wir schon hier und jetzt beginnen können, uns auf den ewigen Ostertag vorzubereiten.“